Am Karfreitag flogen 15 Schüler zusammen mit Frau Laumer und Herrn Deschler für 18 Tage weg. 

Dass während unseres Aufenthalts wegen des Hochwassers der Notstand in der Gegend um Montreal ausgerufen wurde, haben wir kaum mitbekommen, da unser AirBnB sehr zentral, am Place des Arts, lag und sowieso vor allem das Umland betroffen war. Die Schüler in den Gastfamilien mussten teilweise lange Strecken zu ihren Gastfamilien zurücklegen, waren aber zum Glück auch nicht direkt betroffen.

Auch wenn es manchmal recht kühl war, hatten wir mit dem Wetter ganz schön Glück und so konnten wir viel unternehmen und erleben. Wir waren nämlich nicht nur bei Tim Hortons, sondern haben auch die kanadische Spezialität „Poutine“ in LaBanquise gegessen, frisch gebackene Bagels im jüdischen Viertel probiert, Beavertails und Ahornsirup auf Eis gekostet. Wir haben der Ostermesse in Notre Dame beigewohnt, die Geschichte der Ureinwohner Nordamerikas kennengelernt und in der Zuckerhütte gelernt, wie Ahornsirup gewonnen wird, nachdem wir getanzt und mit Löffeln Musik gemacht haben. Wir haben Chinatown gesehen, Downtown durchstreift, den olympischen Park erkundet, das Plateau Mont-Royal mit seinen Graffitis entdeckt und gleich zweimal den 233 Meter hohen Mont Royal, den Namensgeber der Stadt, zu dem eine lange Holztreppe hinaufführt, erklommen. Von dort oben bot sich uns ein atemberaubender Blick auf die Stadt im Sonnenuntergang und das Lichtermeer der Stadt mit seinen Wolkenkratzern.

An zwei Tagen waren wir auch an unserer Austauschschule, dem College Ahuntsic, und durften das riesige und gut ausgestattete Gebäude kennenlernen, am Englisch-Unterricht teilnehmen und den Kanadiern im Deutschunterricht bei ihrer Abschlussarbeit helfen.

Aber wir blieben nicht die ganze Zeit in Montreal. Julia Nitzschke, eine ehemalige Schülerin, zeigte uns Ottawa, Kanadas Hauptstadt, wo wir uns das House of Commons und das Parlament anschauten und in der letzten Woche ging’s für einen Zweitagesausflug nach Quebec City im Osten der Provinz. Quebecs Altstadt mit ihrem europäischen Flair, den kleinen Läden und dem Hotel Château Frontenac verzauberte uns und das Hostel bot für viele eine willkommene Abwechslung. Von hier konnten wir mit dem Stadtbus auch einen Ausflug in die Natur unternehmen. Der Wasserfall Montmorency ist mit seinen 83 Metern höher als die Niagarafälle und über ihn führt eine gut besuchte Hängebrücke, die von uns überquert wurde. Von dort oben kann man sich die gewaltige Kraft des Wassers vorstellen, das von der Schwerkraft die Felsen hinuntergezogen wird.

Die Leute in Quebec haben wir als sehr freundlich kennen gelernt. Das zeigte sich nicht nur in den geordneten Reihen vorm Bus. Obwohl die offizielle Sprache in Quebec Französisch ist (das mit einem ganz eigenen Dialekt gesprochen wird), sind viele Kanadier in Montreal zweisprachig und fast immer bereit auch Englisch zu sprechen und einem weiterzuhelfen. Ein wenig verwirrend ist auf jeden Fall das Trinkgeld. Es wird nicht aufgerundet, sondern eigentlich immer ein fester Prozentsatz bezahlt. Dann ist manchmal nicht mal die Steuer ausgeschrieben, so dass es oft schwierig zu sagen ist, wieviel kanadische Dollar man am Ende zahlt.

A. Deschler (und die Reisegruppe Sonnenschein)