Bauhaus Agenten Programm

//Bauhaus Agenten Programm
Bauhaus Agenten Programm2018-11-14T09:53:43+00:00

Zwei Jahre sind seit dem Beginn unserer Zusammenarbeit mit dem BauhausArchiv Berlin im Rahmen des Bauhaus Agenten Programms vergangen.

Wir haben uns an der Schule in dieser Zeit mit dem Thema „Performative Kunst“ beschäftigt und neben Weiterbildungen und Workshops auch eine Aufführung im leeren Raum des BauhausArchivs erarbeitet, an der 4 DS-Kurse und ihre LehrerInnen beteiligt waren.

In der zweiten Hälfte des auf 4 Jahre angelegten Programms werden wir uns auf die Suche begeben. 

Wir wollen ein passendes Leit- und Kommunikationssystem für unser Schulgebäude entwickeln, denn wir finden, dass die Kunst mit dem Leben verbunden sein muss.

So wie die Bauhauslehrer und ihre Schüler in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts begannen, Lebens- und Arbeitsabläufe zu analysieren und mit Hilfe der Kunst, z.B. Architektur, Design, Typografie, zu optimieren, so wollen auch wir die räumliche Orientierung in unserem Schulhaus untersuchen und verbessern.

Die SchülerInnen des Wahlpflichtkurses Kunst Klasse 10 werden zusammen mit der Grafikdesignerin Rose Epple, den BauhausAgenten und ihrer Lehrerin an dieser Aufgabe arbeiten.

Über unsere Ergebnisse könnt ihr euch hier regelmäßig informieren… und natürlich auch gern mitmachen.

 

Die Suche nach dem Leit-Nagel

Episoden 7+8 (10.10. und 16.10.)

An beiden Tagen haben die Schüler in ihren Arbeitsgruppen die jeweiligen zugewiesenen Benutzer weiter erforscht und nach geeigneten Präsentationsformen für ihre Ergebnisse gesucht.

Das Telefonieren mit den Zuständigen bei der Polizei erwies sich als ebenso schwierig wie das Kontaktaufnehmen mit den Reinigungskräften. 

Letzteres gelang durch ein vorbereitetes Interviewblatt und einen angehängten Stift – beides wurde an der Tür zum Putzmittelraum befestigt und führte auch wirklich zu schriftlichen Antworten. Das haben wir als Erfolgserlebnis verbucht.

Das Interview mit einem Sprachassistenten aus Großbritannien dagegen war leichter zu bewerkstelligen und unterhaltsam anzusehen und auch die Fotografie kam zum Einsatz.

Alle Erkenntnisse über Wege und Bereiche innerhalb des Schulgeländes, die von besonderem Interesse für schulfremde Nutzer und natürlich auch Schüler, Lehrer und andere Arbeitskräfte an der Schule sind, haben wir gemeinsam in einen großen Plan eingezeichnet…mit farbigen Markierungen, aber auch Stichpunkten.

    

 

Episode 6 (26.9.2018)

Ihr habt es gemerkt, die Informationen über die letzte Episode kommen zeitverzögert – heute ist Sportfest und der Unterricht fällt aus, da war der Zeitdruck nicht ganz so groß wie sonst.

Also: wir hatten am letzten Mittwoch Rose zu Besuch, sie hat mit uns weiter an der Analyse der NutzerInnen des ONG gearbeitet. Gruppenarbeit ist ein dynamischer, aber eben auch langwieriger Prozess, das wissen wir alle.

Nun ist unser großes Plakat fertig, die Nutzergruppen erfasst und wir haben kleinere Arbeitsgruppen gebildet, die sich nun Gedanken machen, wie wir in Kontakt mit diesen NutzerInnen treten können.

Natürlich: Interviews durchführen, Videos drehen…ein Foto-Tagebuch – das sind bekannte Methoden, aber wer weiß schon, was Shadowing, Extreme User und Body Storming sind?

Wir sind selber gespannt, ob wir das schaffen…unser Ziel: Empathie für unsere ONG-Nutzer zu entwickeln, um darauf aufbauend zu wissen, was sie zur Orientierung im Schulgebäude benötigen.

 

Episode 5 (18.9.2018)

Heute sind wir zusammen mit Roses Unterstützung noch einmal vertiefend der Frage nachgegangen, wer in unserer Schule eigentlich etwas zu sagen hat, also spricht – und für wen diese Informationen gedacht sind.

Damit befinden wir uns innerhalb unserer Arbeit in der Observe-Phase, in der wir unseren Arbeitsgegenstand, also das ONG und seine Leit-Un-Kultur beobachten und analysieren. Ihr könnt es an den Fotos sehen, wie viele Botschaften uns im Schulalltag erreichen – und sicher sind die meisten von ihnen wichtig und hilfreich.

Leider wirken sie in ihrer formalen Gestaltung eher chaotisch und uneinheitlich…genau das wollen wir ja ändern.

PS: 

Auch die Erinnerungskarten haben wir ausgewertet und einige Schüler haben sich entschlossen, sie noch weiter zu gestalten und zu vertiefen. Kunstwerke wachsen ständig, sind eigentlich nie fertig.

Episode 4 (12.9.2018)

  • diesmal arbeiten die Schüler allein, in zwei Gruppen, an verschiedenen Aufgaben
  • zuerst geben sie natürlich ihre Erinnerungskarten ab: und ich sehe am Nachmittag, was sie schon alles in ihrer Schulzeit erlebt haben…das sind wirklich viele individuelle Momente an Orten innerhalb des Schulgeländes, die in mir mit ganz anderem verknüpft sind – alles überlagert sich und wird vielfältiger
  • in der Stunde erforscht die eine Gruppe das Schulhaus und hält den Ist-Zustand der derzeitigen Kommunikations“systeme“ fest, in Wort und Bild
  • die andere Gruppe entwirft einen Fragebogen für schulfremde Personen, die häufig beruflich im Schulgebäude zu tun haben…Sanitäter, Postboten, Eltern, Referenten, Handwerker, Polizisten…
  • wir wollen herausfinden, wie sie sich besser im Gebäude orientieren können – besser heißt vor allem schneller und sicherer, manchmal ist die Zeit ja knapp

Episode 3 (4.9.2018)

  • Hausaufgabe aus der letzten Stunde: zeichne eine emotionale Karte unseres Schulgeländes
  • auf dieser können Erinnerungen, Lieblingsplätze, Ereignisse, Orte etc. festgehalten werden
  • sie zeigt uns, dass wir Räume in Besitz nehmen, wenn wir in ihnen agieren, wenn wir in ihnen etwas erleben, was uns wichtig ist, wenn wir sie mit Gefühlen verknüpfen 
  • auf einem großen A2-Format und mit verschiedenen Gestaltungsmitteln und Werkzeugen (Stifte, Farben, Bilder, Schrift, Symbole, Linien …) arbeiten alle los
  • Horror Vacui – die Angst vor der leeren weißen Fläche – wie soll man beginnen?
  • Anregung haben wir durch das Buch Maps!: Pläne, Karten, Skizzen gestalten und von Hand zeichnen | Helen Cann | ISBN: 9783258601748  erhalten und von dem Projekt „Gemeingut Leere“ der TU Berlin aus dem Jahr 2016, in dem StudentInnen auf einer Karte (Alex bis Schlossplatz) Bewegungsmuster, Handlungen, Stadtraumobjekte, Erinnerungsorte, Pflanzen, Tiere u.v.a. aus Befragungen der Passanten eingezeichnet haben, so dass eine sehr lebendige und individualisierte Karte entstanden ist

 

Episode 2 (29.8.2018)

  • Rose Epple stellt sich im Wahlpflichtkurs Kunst vor und zeigt uns in einem Selbstexperiment, wie sie sich im öffentlichen Raum orientiert hat: auf dem Weg aus der Innenstadt zu unserer Schule
  • wir lernen unterschiedliche Arten der Navigation kennen: vor allem Karten sind ein wesentliches Hilfsmittel bei der räumlichen Orientierung und es gibt sehr viele verschiedene Karten
  • die Schülerinnen und Schüler versuchen sich an mentalen Karten, zeichnen ihren Schulweg aus der Vorstellung und überprüfen das Ergebnis dann mit Google Maps … Himmelsrichtungen und Dimensionen zu fühlen ist schwieriger als gedacht

Durch Übereinanderlegen der auf Transparentpapier gezeichneten Karten haben wir einen Überblick gewonnen: wo wohnen wir im Verhältnis zur Schule. Allerdings sind Proportionen und Maßstäbe individuell gewählt worden – es ergibt sich kein exaktes Bild.

 

Episode 1 (21.8.2018)

  • Vorstellen der Aufgabe für das neue Schuljahr im Wahlpflichtkurs Kunst Klasse 10: wir wollen für unsere Schule ein Leitsystem entwickeln, durch welches sich alle Nutzer im Schulgebäude besser, also sicherer und schneller orientieren können
  • dabei arbeiten wir mit Rose Epple zusammen, einer Berliner Grafikdesignerin (www.roseapple.net), die schon Ausstellungen und Bücher designt hat
  • als ersten Schritt haben wir gleich am Dienstag die SchülerInnen der Klasse 5.1 interviewt – sie sind neu an der Schule und hatten sicher Schwierigkeiten am ersten Schultag mit der Orientierung im für sie fremden Gebäude
  • mit Hilfe eines Fragebogens haben wir Daten erhoben und ausgewertet

Mehr vom Programm:

Das Neue Sehen

25.03.2017|0 Kommentare

Die Schüler haben sich mit der Fotografieströmung des Neuen Sehens (20er Jahre des 20. Jahrhunderts), in der auch Bauhaus-Künstler praktisch gearbeitet haben, im Rahmen des Fotografie-Semesters ausführlich theoretisch beschäftigt und deren Gestaltungsmittel und Merkmale verinnerlicht.