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Der Maler Otto Nagel

Gebo­ren am 27. Sep­tem­ber 1894 wächst Otto Nagel in einer Fami­lie, in der Karg­heit und Armut herr­schen, auf. Er spürt in sei­ner grau­en, rau­en Umge­bung eine frü­he Sehn­sucht nach Far­ben.

1908 beginnt er eine Leh­re als Glas­ma­ler und im glei­chen Jahr tritt er der Sozia­lis­ti­schen Arbei­ter­ju­gend bei. Als Mit­glied der “Arbei­ter­ju­gend” geht er am 1. Mai nicht zur Arbeit, son­dern schließt sich den fei­ern­den und demons­trie­ren­den Gla­sern an. Dar­auf­hin erhält er eine Ohr­fei­ge vom Meis­ter. Aber Otto Nagel lässt sich die­se Belei­di­gung nicht gefal­len, bricht die Leh­re ab und geht als Arbei­ter in die Fabriken.

Im Jahr 1917 muss Nagel in den Krieg zie­hen. Nach der Rück­kehr wird er Mit­glied der KPD. Er geht erneut in die Betrie­be und malt nun sozi­al­kri­ti­sche The­men und kann bereits 1921 sei­ne eige­ne Aus­stel­lung eröffnen.

1927 malt Otto die “Park­bank”. Die­ses Bild steht unter der gro­ßen Über­schrift “Aus dem Leben eines Großstadtmenschen”.

Wäh­rend der Zeit des Natio­nal­so­za­lis­mus sind von sei­nen rund 650 Wer­ken mehr als ein Drit­tel durch die Akti­on “Ent­ar­te­te Kunst” ver­lo­ren gegangen.

Nach 1949 kol­li­diert Otto Nagel, wie auch ande­re Künst­ler, mit der For­de­rung der DDR-Staats­macht, die Kunst sol­le vor allem posi­ti­ve Impul­se ver­mit­teln. Wäh­rend sei­ner Zeit als Prä­si­dent der Aka­de­mie der Küns­te bemüht er sich in selbst­quä­le­ri­scher Art und Wei­se um Aus­gleich und Kom­pro­miss. Schließ­lich unter­wirft er sich 1962 dem Dik­tat der SED und tritt aus “gesund­heit­li­chen Grün­den” von sei­nem Amt zurück.

Von 1951 bis zu sei­nem Tod im Jahr 1967 leb­te der Maler Otto Nagel in der “Vil­la Con­rad” in der Bies­dor­fer König­stra­ße 5–6, die 1968 zu Ehren des Künst­lers in die Otto-Nagel-Stra­ße umbe­nannt wurde.

Post­hum wur­de er zum 79. Ehren­bür­ger der Stadt Ber­lin am 04. Febru­ar 1970 benannt.

Heu­te besit­zen wir als Schu­le einen ech­ten Nagel, den die Schü­le­rin­nen und Schü­ler anläss­lich des 125. Geburts­ta­ges erstei­gert haben. Die­ser ist im Erd­ge­schoss für alle öffent­lich zugänglich.

Dar­über hin­aus ver­fügt das Otto-Nagel-Gym­na­si­um über eine pri­va­te Dau­er­leih­ga­be an Arbei­ten des Künst­lers, die für Inter­es­sier­te – ins­be­son­de­re auch für For­schungs­ar­bei­ten – auf Anfra­ge eben­falls zugäng­lich sind.

Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus des Malers in der Otto-Nagel-Straße und Stein mit Gravur auf dem Schulhof