Im Rahmen des Deutsch-Leistungskurses hatten wir im 13. Jahrgang die Möglichkeit, einen der interessantesten südafrikanischen Poeten der heutigen Zeit kennenzulernen. Es handelt sich hierbei um Charl-Pierre Naudé, der seine Heimat selbst als ein Land mit extremen Gegensätzen beschreibt. Sicherlich hat jeder bereits von der gefährlichen Hauptstadt Südafrikas, Johannesburg, gehört, mit der unglaublich hohen Kriminalitätsrate und mehr Morden als Verkehrstoten. Jedoch kann sich wohl kaum einer etwas unter dem literarischen Facettenreichtum dieses vielfältigen Landes vorstellen.

SONY DSCNaudé, begleitet von seiner Frau Nicky, konnte uns am Donnerstag, den 11. Dezember, sowohl einen Einblick in die südafrikanische Kultur geben als auch eine Auswahl seiner Werke vorstellen. Mit einem sympathischen Auftreten hat er uns aus seinem Leben erzählt und alle unsere Fragen beantwortet.

„Seit meinem letzten Schuljahr wollte ich unbedingt Schriftsteller werden.“ Dafür musste ich dann hart arbeiten. Der Erfolg blieb ihm nicht verwehrt. Heute ist er ein preisgekrönter Autor mit Gedichtbänden, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Meistens schreibt er seine Gedichte in Afrikaans, einer der Amtssprachen Südafrikas und seiner Muttersprache. Wenn er schreibt, folgt er oftmals einem inneren Gefühl, das er dann auf Papier bringt.

Seine Geschichten werden im Gesamtbild ein Symbol, welches einen bestimmten Moment beschreiben soll. Dabei möchte er einerseits die traurige Wahrheit seines Heimatkontinents zeigen, geprägt von Armut, Krankheit und Leid, was auch im Gedicht „Vampire“ thematisiert wird. Andererseits kann er auch auf humoristische Weise historische Momente festhalten, welche das heutige Afrika geprägt haben, wie in dem Poem „Der Mann, der Livingston sah“. Inspiration zieht er dabei aus Zeitungsartikeln, den Ängsten der afrikanischen Gesellschaft und eigenen Erfahrungen, die er immer in seine Geschichten einfließen lässt.

Vermutlich ist es das, was Naudé so interessant macht: die Darstellung der Ängste einer Gesellschaft, mit der wir sonst so selten konfrontiert werden.

Jule Damaske, 13. Jahrgang