„Wer möchte ich sein?“

Das ist wohl die Frage, die man sich irgendwann einmal bewusst stellt.

Bereits als Kind beantworten wir uns diese Frage und entwickeln eine Persönlichkeit. Aber genau diese zweifeln wir als Jugendliche an und verwirren uns damit selbst. Wir werden häufig unzufrieden und sind auf der Suche nach unserer Identität, die nicht selten von unserer kindlichen abweicht.

Unsere neue Entwicklung wird oft geprägt von Experimenten, Rebellion und neuen kulturellen Einflüssen. Schaut man sich einmal an, was uns als Jugend alles prägen kann, erscheinen die Möglichkeiten beinahe grenzenlos.

Um uns einen Überblick zu verschaffen und uns dabei vielleicht selbst zu erkennen, untersuchten wir im Ethikunterricht in der Reihe „Jugendzeit: Die Suche nach der eigenen Identität“ viele Lebenswelten der Jugend.

Nachdem wir uns gemeinsam vor allem Jugendkulturen zuwandten, bekamen wir die Möglichkeit, uns selbst ein Thema auszusuchen und über dieses schließlich eine Präsentation zu halten.

Von „politischem Engagement“ über „Gewalt und Selbstverletzung“ bis hin zu weiteren Jugendkulturen und Chancenungleichheit kamen alle wichtigen Themen der Jugend auf.

Natürlich schafften wir es nicht, uns alle Präsentationen anzuhören, doch lauschten wir unter anderem gespannt den Vorträgen über „Chancenungleichheit für trans*“, „K-Pop“ und „Punk, Wave und Post-Punk“.

Und was lernten wir daraus?

Die Vorträge über das Thema „Gewalt und Selbstverletzung“ erschreckten uns, als uns bewusst wurde, wie viele Jugendliche davon betroffen sind. Allein die gezeigten Bilder bewegten uns. Uns wurde klar, dass einige Jugendliche in unserer Gesellschaft ernste Probleme haben und Hilfe benötigen.

Das meist diskutierte Thema war „Chancenungleichheit für trans*“. Schnell wurde uns bewusst, wie schwer es betroffene Jugendliche noch heute haben, sich frei zu entfalten. Die aktuellen Entwicklungen gehen aber immer mehr in die richtige Richtung. Sogar wir selbst als Jugendliche bewiesen in einer offenen Diskussion danach, wie unterschiedlich die begründeten Ansichten sein können. Das war sehr spannend.

Das eher junge Thema „K-Pop“ traf den Geschmack des einen oder anderen aus der Klasse. Der neue Mix aus Rap, Pop-Rock und Elektro erwies sich als eine Kultur, die über die letzten Jahre hinweg immer mehr Jugendliche an sich zog und damit noch lange nicht am Ende ist. Ob der Vortrag es vielleicht sogar in unserer Klasse schaffte, einen neuen Fan zu erreichen?

Eine schon eher gegenteilige Reihe an Jugendkulturen stellten „Punk, Wave und Post-Punk“ dar. Auch wenn die Zeit dieser sehr vielfältigen, verwandten Kulturen schon lange vorbei ist, war es jedem ein Begriff. Die meisten unter uns verbanden die Kulturen vor allem mit „Underground“. Dennoch überraschten besonders die sehr unterschiedlich klingenden Künstler und das eigentliche Ziel der Jugendkulturen die meisten Mitschülerinnen und Mitschüler.

Eins hat aber wohl jeder aus der Reihe mitgenommen: „Die Jugend soll ihre eigenen Wege gehen, aber ein paar Wegweiser können nicht schaden.“ — Pearl S. Buck

Annabell Nickel, Klasse 10.3