Die IG Friedenstaube führte am 12. und 13. Oktober 2016 erstmalig ein Inklusionsprojekt mit dem gesamten 11. Jahrgang durch. Die Schüler beschäftigten sich mit der Chancengleichheit und erhielten die Möglichkeit, zwei Personen mit Handicap zu interviewen.

In selbst verfassten Texten und Karikaturen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema auseinander: Hier nun eine kleine Auswahl der Ergebnisse.

Ein Inklusionprojekt in der Schule? Sind wir dafür nicht schon zu alt?

Wir gingen mit gemischten Gefühlen in dieses Projekt, müssen aber ehrlich sagen — wir sind positiv überrascht. Zu hören und zu erfahren, wie körperlich behinderte Menschen im Alltag zurecht kommen und mit ihren Einschränkung umgehen, war eine Bereicherung für uns. Dadurch, dass wir Fragen ohne Einschränkungen stellen durften, kam es zu interessanten, ehrlichen und persönlichen Gesprächen. 
Wir danken Marco und Hannes für ihre ehrliche und offene Art, die uns sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken brachten. Der Witz, wie ein Rollstuhlfahrer Behindertenwitze als ein „no go“ bezeichnete, wird uns in Erinnerung bleiben.

Magdalena L. und D. Le Trung

lisa-yang

„Du möchtest als Individuum wahrgenommen und akzeptiert werden. Du möchtest die Möglichkeit haben, deine Träume umzusetzen und nach deinen eigenen Vorstellungen zu leben? Jetzt denk doch mal an Menschen mit Behinderung – haben sie nicht ähnliche oder gleiche Ziele & Bedürfnisse wie du? Und wenn ja, haben sie auch die gleichen Möglichkeiten wie du, diese zu erreichen und zu verwirklichen?

Mit diesem Problem befasst sich die Chancengleichheit, deren Ziel die Gleichberechtigung aller Menschen in allen Lebensbereichen ist. Doch wie umsetzbar ist das in der Realität?

Viel hat sich in den letzten Jahren getan. Eine rollstuhlgerechte Wohnung in Berlin – schwer zu finden, aber wenn es klappt werden die Menschen unterstützt. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es immer mehr Fahrstühle & Rampen – doch längst nicht genug. Ein anderes Beispiel: Viele Filme und Fernsehsendungen sind nicht mit Untertiteln verfügbar – ein Nachteil für Gehörlose. 

In diesen Bereichen gibt es die Möglichkeit, tatsächlich Gleichberechtigung zu schaffen, indem der Staat zum Beispiel Geld in rollstuhlgerechte öffentliche Gebäude etc. investiert. 

Doch teilweise kann komplette Chancengleichheit nicht umgesetzt werden – etwa im Berufsleben. Viele Berufe sind Behinderten gar nicht zugänglich, und somit ist die Berufswahl eingeschränkt. Denn ja – es gibt nun mal Unterschiede.

Zwingt man Unternehmen, körperlich Behinderte zu bevorzugen, ist das wiederum nicht fair gegenüber Nicht-Behinderten. Viel wichtiger ist es daher, Aufklärungsarbeit zu leisten, und Stereotypen aus dem Weg zu räumen, um Chancengleichheit in die Köpfe und den Alltag aller zu bringen. Dann können Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt leben.“

Maxi Scheel