Du kennst bestimmt die Blumen Hyazinthe und Narzisse. Wusstest du, dass diese Namen aus der antiken Mythologie stammen? Kennst du die Geschichte um die biblische Sintflut, die fast alle Menschen vernichtete? All diese mythologischen Geschichten und viele andere mehr sind uns z.B. bekannt aus den „Metamorphosen“ des antiken römischen Dichters Ovid.

Diese Verwandlungsgeschichten Ovids sind wohl eine der am häufigsten rezipierten Texte aus der Antike – kein Wunder, denn die antiken Mythen um Pygmalion, Ikarus, Orpheus und Eurydike, Narziss und Echo oder Europa faszinieren noch heute und können zu Recht als Teil unseres europäischen Kulturgutes bezeichnet werden. Und gerade auch in der Kunst wurden z.B. von Malern der Renaissance Ovids Verwandlungsgeschichten in Gemälden umgesetzt.

Auch der GK Latein Q3/Q4 rezipierte kreativ ausgewählte Metamorphosen Ovids in eigenen beeindruckenden Rezeptionsdokumenten.

 

Apollo und Daphne (Umsetzungsidee von Hanna Tißmann, Lena Tißmann und Laura Butschkau)

Apollo wird von einem Pfeil Amors getroffen und verliebt sich in die Nymphe Daphne. Daphne jedoch flieht vor Apollo, sie ist jedoch dem Gott gegenüber chancenlos. So fleht sie ihre Mutter um Hilfe an, die sie schließlich in einen Lorbeerbaum verwandelt und somit vor Apollo rettet. Daher ist übrigens der Lorbeerkranz ein Zeichen des Gottes Apollo.

 

 

 

Apollo und Hyacinthus (Umsetzungsidee von Niklas Erik Grimm, Angelique Opitz, Nele Volkwardt)

Apollo hat viele Geliebte, so z.B. auch Hyacinthus. Aber auch Zephyrus wäre gern dessen Geliebter und ist daher eifersüchtig auf die beiden. Eines Tages, während Apollo und Hyacinthus sich in einem Diskus-Wettkampf messen, verändert Zephyrus als Westwind den Flug der Diskusscheibe, die Hyacinthus tödlich am Kopf trifft. Apollo lässt aus tiefster Trauer über dessen Tod eine Hyazinthe aus seinem toten Geliebten sprießen.

 

 

 

 

Apollo und Coronis (Umsetzungsidee von Isabella Miebs, Joselyn Rathgeber, Annica Stahlberg)

Apollo liebt nicht nur Daphne, nicht nur Hyacinthus, sondern (u.a.) auch Coronis, ein überaus schönes griechisches Mädchen. Apollo sendet ihr daher einen weißen Raben, der sie und ihr tägliches Treiben überwachen soll. Dabei entdeckt der Rabe, dass Coronis eigentlich in einen König verliebt ist. Apollo ist überaus erzürnt, warum konnte der Rabe nicht gleich daraufhin Coronis die Augen aushacken? So verdammt er aus Wut den Raben dazu, von nun an ein schwarzes Federkleid zu tragen.

 

 

 

 

 

Arachne (Umsetzungsidee von Verena Frommer, Annette Peine, Quentin Sky Tetzeli von Rosador)

Arachne ist eine sehr geschickte Spinnerin und im ganzen Land bekannt und berühmt für ihre Webkünste, aber sie war auch ziemlich hochmütig. Hochmut kommt vor dem Fall, das gilt auch für diese Geschichte, die du dir hier anhören kannst.

 

Deucalion und Pyrrha (Aliya Hartmann, Helena Höft, Max Blüge)

Ovid schreibt, wie andere Autoren verschiedener antiker Kulturen, von einer Sintflut, die alle frevelhaften, ruchlosen Menschen der Erde vernichtet – bis auf Deucalion und Pyrrha. Das sehr gottesfürchtige Paar rettet sich, vorgewarnt, auf ein Schiff. Nach Ende der Flut erhalten sie die Weisung, „die Gebeine der großen Mutter“ hinter sich zu werfen, die Steine der Mutter Erde. Aus den von Deukalion geworfenen Steinen entstehen Männer, aus den von Pyrrha Frauen.

Hat durch die Sintflut die Menschheit wirklich verstanden, welche Ehre es ist, auf der Welt zu leben? Ist das neue Menschengeschlecht wirklich ein besseres? Hat die Menschheit verstanden, „eigene Größe zu entwickeln und über sich hinauszuwachsen“? Zur Beantwortung dieser Frage haben Aliya, Helena und Max ein alternatives, denkwürdiges Ende entworfen…

Nachdem die letzten Frauen und Männer aus den Steinen der Erde geboren wurde, füllte sich die Welt wieder mit Leben. Völlige Lust, Hingabe und Genuss zu jeder Lebensstunde spiegelte das Leben der neuen Generation Mensch wider. Genauso wuchs das Gefühl von Habgier und Neid und entzweite die Menschen wie einst. Jeder von ihnen wollte der Reichste, Schönste und Mächtigste sein. Ganz zum Zorn des Göttervaters. Er ließ Deucalion und Pyrrha nur aufgrund ihrer Gottesfürchtigkeit und Reinheit überleben, was Zeus jedoch zutiefst bereute als er sah, was sie erschaffen hatten. In seiner Vorstellung sollten erst wieder Menschen auf der Welt leben, wenn sie sich dafür als würdig erwiesen. Trotz der Sintflut hatte das Menschengeschlecht nicht begriffen, welche Ehre ihnen von den Göttern zugeteilt wurde. Um nun endgültig ehrwürdige Menschen auf der Welt weilen zu lassen, überlegte sich Zeus drei Aufgaben, welche bewältigt werden mussten. Die erste Aufgabe besagte, dass man zwei Stunden mit dem gefährlichsten Stier in einer Arena verbringen musste. Dabei war es nicht erlaubt ihn zu töten, sondern man musste ihn mit einer List überwältigen. Sollte man diese Aufgabe gemeistert haben, wurde am nächsten Tag ein Fest mit den hervorragendsten Speisen und Getränken des Landes abgehalten. Im Anschluss musste man sich der zweiten Aufgabe stellen. Diese bestand daraus, die schönste Frau zu verführen und eine Nacht mit ihr zu verbringen. Das Schwere an dieser Aufgabe war, dass die Frau blind war. Demnach konnten Jünglinge nicht mit ihrem Aussehen überzeugen, sondern mussten sich durch Edelmut und Charakterstärke beweisen. Sollte man dies geschafft haben, wurde erneut ein großes, ausgelassenes Fest veranstaltet. Die dritte und letzte Aufgabe bestand daraus, dass man etwas tun sollte, bei dem man über sich selbst hinauswächst und einen positiven Einfluss auf die Erde hat. Hierbei sprach er nicht zwingend über Wissenschaft. Eher etwas, was die Menschen beeinflusste, wodurch sie besser werden konnten. Dies war eine sehr individuelle Aufgabe, an welcher viele scheiterten. Daran sah Zeus, dass es ein leichtes war, eine Frau zu verführen oder einen Stier zu überwältigen. Jedoch eigene Größe zu entwickeln und über sich hinauszuwachsen war schwer. Die Menschen waren also längst nicht bereit, ohne Leitung und Führung auf der Welt zu weilen und für sich selbst verantwortlich zu sein.

 

Dank der großartigen Arbeiten des Grundkurses war es dann nicht mehr so traurig, dass aufgrund von Corona eine Exkursion in die Gemäldegalerie nicht mehr stattfinden konnte.

I. Münzner
Komm. Fachleiterin Latein