Nach Artikel 1 des Grundgesetzes ist die Würde jedes Mensch unantastbar. Jeder von uns hat die gleichen Rechte und Pflichten in allen Lebensbereichen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Sexualität und anderen Faktoren. Somit sind wir alle durch das Gesetz vor jeglicher Form der Diskriminierung und Gewalt geschützt.

Doch die Diskrepanz zwischen der gesetzlich geregelten Gleichberechtigung und unserer alltäglich Realität ist heute noch sehr groß. Zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, am 25.11.2019, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die neusten Zahlen zum Thema „häusliche Gewalt“ veröffentlicht:

„Jede vierte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Betroffen sind Frauen in allen sozialen Schichten.“

Nach der aktuellen Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes wurden allein 2018 insgesamt 140.755 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Knapp 114.393 Opfer waren weiblich.

Basierend auf den Menschenrechten sind wir der festen Überzeugung, dass jede Form von geschlechterspezifischen Diskriminierung eine Verletzung unserer Wertvorstellungen und unserer Gesetze ist.

Jedes Mädchen und jede Frau hat das Recht auf Chancengleichheit, Selbstbestimmung und Unversehrtheit.

Somit kann es für uns als Gesellschaft nicht tragbar sein, dass jeder zweiten hilfe-suchenden Frau ein Platz im Frauenhaus – aufgrund von mangelnden Kapazitäten – in Deutschland verwehrt bleibt.

Immer noch ist geschlechterspezifische Gewalt ein Tabuthema in unserer Gesellschaft.

Um dieses Tabu endlich zu brechen, thematisieren wir – die Interessengemeinschaft Friedenstaube –  gemeinsam mit den 120 Lernenden des 9. Jahrgangs die Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland und weltweit.

In diesem Rahmen hatten wir die Chance die Projekt-Koordinatorin Maike Exner von UN Women bei uns am Otto-Nagel-Gymnasium begrüßen zu dürfen. In einer lockeren Gesprächsrunde wurden wir über die neusten Zahlen und Fakten informiert und haben globale Zusammenhänge erkennen können: Geschlechterspezifische Gewalt ist ein weltweites Problem, das jeden Menschen betrifft. Wenn offiziell mindestens eine von drei Frauen im Laufe ihres Lebens geschlagen, vergewaltigt oder auf andere Weise Gewalt ausgesetzt wird (Bericht der Weltbank), dann sind es unsere Mütter, Schwestern, Töchter, Ehefrauen, Freundinnen, Arbeitskolleginnen und Bekannte, die Gewalt erfahren.

Aus diesem Grund müssen wir handeln und uns für Frauen und Mädchen stark machen.

Zusammen mit dem 9. Jahrgang sensibilisierten wir daher am 6. Dezember 2019 unsere Mitmenschen in der Kaufland-Filiale Biesdorf und sammelten dort Spenden für die Frauenrechtsorganisation UN Women.

Dank der fachlichen Vorbereitung durch Maike Exner (UN Women – Nationales Komitee Deutschland), unserem Kooperationspartner Kaufland (Filiale im Biesdorf-Center) und unseren spendenbereiten Mitmenschen konnten wir 1.765 € für die Arbeit von UN Women zur Gleichstellung der Geschlechter erzielen.

Vielen Dank an alle Unterstützenden!

IG Friedenstaube