Selbstinszenierung in Schwarz-Weiß

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Selbstinszenierung in Schwarz-Weiß

Vom 23.01. bis zum 27.01. fand der Foto-Workshop mit der Künstlerin Ana Bilankov statt. Sieben Jahre in Folge wird er nun schon interessierten Schülern des ONG angeboten. Der Workshop wird vom Kinder- und Jugendplan (KJP) gefördert. Teilnehmer waren diesmal sechs Schüler, zwei Bundesfreiwillige und die Medienpädagogin Helen Schwarze.

Das Thema des Fotoworkshops war wie in den vergangenen Jahren „Selbstinszenierung“.

Nachdem wir zunächst über die Grundlagen der Schwarz-Weiß-Fotografie, Analogkameras und Inszenierungstechniken aufgeklärt wurden, besuchten wir die Ausstellung „Kreuzberg – Amerika“ im C/O Berlin am Zoologischen Garten. Die Ausstellung veranschaulicht das Bild der westdeutschen und amerikanischen Dokumentar-Fotografie der 70er und 80er Jahre. Wir bestaunten viele populäre Fotografien und nahmen reichlich Inspiration mit, um unsere eigene Fotosession zu starten.

In fünf Teams sind wir losgezogen, um unseren Analog-Film mit Bildern vollzuknipsen, die uns selbst in unserer Stadt Berlin auf kreative Art und Weise in Szene setzen.

Drei Tage durften wir dann in der Dunkelkammer der VHS Kreuzberg verbringen – dem wohl spannendsten Teil des Workshops. Hier entwickelten wir unsere Filme nämlich eigenhändig.

Dunkelkammer heißt es deshalb, weil der Film nach der Entnahme aus der Kamera kein weiteres Licht mehr abbekommen darf. In absoluter Dunkelheit musste er also in die sogenannte Entwicklerdose gesteckt werden. Etwa zehn Minuten konnten wir nichts sehen, bis jedes Team seine Blinderfahrung erfolgreich gemeistert hat.

Um den Film bzw. die Bilder nun zu entwickeln und lichtunempfindlich zu machen, werden viele Chemikalien benötigt, die erst einmal von uns angemischt wurden. Exakte Mengen- und Temperaturangaben und vor allem ein stilles Händchen waren gefragt, bis endlich der Film in der Entwicklerdose mit sogenannten Entwickler-, Stopp- und Fixierbad gespült werden konnte.

Nun ging es daran, „Abzüge“ vom Film herzustellen, also Fotopapier zu belichten. Dazu arbeiteten wir mit Belichtern, mit denen die Größe des Bildes, die Belichtungszeit und die Schärfe individuell auf das gewünschte Format anpassbar sind. Das Ganze wieder im Dunkeln, diesmal allerdings glücklicherweise mit etwas Rotlicht. Jedes andere Licht würde die Fotos überbelichtet, also unbrauchbar machen.

Wieder wurde das Material unter genauer Einhaltung von Zeit in Chemikalien getränkt, bis sie mit Hilfe einer kleinen Maschine im Trockenraum getrocknet wurden. Dann endlich konnten sie von uns gemeinsam betrachtet, analysiert und bewertet werden.

Wir haben wunderschöne Fotos erhalten und bedanken uns herzlich bei der Künstlerin Ana Bilankov für diese tolle und einzigartige Erfahrung.

Nina Klein

2018-09-13T22:09:26+00:00