Im Zusatzkurs Kunst beginne ich das 1. Semester immer mit der Aufgabe:
„Das bin ICH.“ – ein Poster über die eigene Person digital zu gestalten.
Bei den Präsentationen der Ergebnisse fällt mir immer wieder etwas auf. Viele Mädchen beschreiben sich in Gegensätzen:
„Ich bin sensibel, aber auch stark.“
„Ich bin weiblich, aber selbstbewusst.“
Das kleine Wort aber zeigt, wie tief alte Denkmuster noch sitzen. Als müssten junge Frauen erklären, dass Stärke und Weiblichkeit zusammenpassen.
Genau hier beginnt unser Bildungsauftrag: Schule darf solche Bilder nicht weitertragen – sie muss sie hinterfragen. Eigenschaften gehören keinem Geschlecht. Sensibilität, Mut, Klarheit, Empathie und Stärke sind menschliche Qualitäten.
Unsere Aufgabe ist es, jungen Menschen die Sprache und den Mut zu geben, sich nicht in Gegensätzen zu beschreiben.
Nicht weiblich, aber stark.
Sondern selbstverständlich: weiblich und stark.
Denn wer Bildung ernst nimmt, darf Stereotype nicht verwalten – er muss sie überwinden.
Dana Wolfram-Gagel
Schulleiterin





