Als im letzten Jahr die ersten ChatGPT-Produkte im Unterricht auftauchten, war schnell klar: Künstliche Intelligenz verändert alles. Die Art, wie junge Menschen lernen, Aufgaben bewältigen und wie Schule und Leistungsbewertung neu gedacht werden müssen.
Viele Lernende nutzten zu diesem Zeitpunkt bereits KI-Systeme, auch Lehrkräfte setzten sie zur Arbeitsunterstützung ein. Was jedoch fehlte, waren gemeinsame Leitlinien.
GRÜNDUNG EINER KI-ARBEITSGRUPPE 🤝
Deshalb gründeten wir im Frühjahr 2025 eine KI-Arbeitsgruppe. Ihr Ziel: Chancen und Risiken ausloten, pädagogische Fragen klären und vor allem eine gemeinsame Haltung zu der Frage entwickeln, wie wir junge Menschen auf eine Welt vorbereiten, in der KI eine feste Rolle spielen wird.
DER SCHULWEITE KI-KICK-OFF 🎓
Im Mai 2025 haben wir das gesamte Kollegium zu einer KI-Kick-off-Veranstaltung eingeladen. Ein zentrales Anliegen war es, bei allen Beteiligten ein Grundverständnis zu schaffen: Was kann KI? Wie werden Antworten erzeugt? Warum kommt es zu sogenannten Halluzinationen? Und wo liegen Unterschiede zu digitalen Werkzeugen, die wir schon lange kennen?
Praxisbeispiele zeigten, wie Lernprozesse verloren gehen können, wenn KI unreflektiert genutzt wird – aber auch, wo KI-Systeme im Schulkontext sinnvoll eingesetzt werden können.
In den folgenden Monaten vertieften wir die Diskussionen und entwickelten eine zentrale Haltung zum Umgang mit KI am Otto-Nagel-Gymnasium: KI darf unterstützen, aber nicht die wesentlichen Denkschritte der Lernenden ersetzen.
UNSERE KI-VEREINBARUNG 📄
Auf dieser Basis erarbeiteten wir eine KI-Vereinbarung, die für Lernende, Lehrkräfte und Eltern beschreibt, wie KI an unserer Schule genutzt werden darf und wo Grenzen liegen.
Sie formuliert u. a., dass KI zur Ideenfindung und zu Recherchezwecken genutzt werden darf, niemals aber zur Lösung oder Bearbeitung von Lern- und Leistungsaufgaben.
Darüber hinaus regelt die Vereinbarung den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten und wird durch eine Transparenzpflicht ergänzt, nach der jede KI-Nutzung im schulischen Zusammenhang dokumentiert werden muss – inklusive verwendeter Prompts, Tools und Datumsangaben.
WIE ES WEITERGEHT 🔍
Für die kommenden Monate planen wir Workshops und Projekte, die unser KI-Wissen weiter vertiefen.
Zudem wurde die SELF-Gruppe „KI in der Berufswelt“ gegründet – ein Ort, an dem SuS, Eltern und Lehrkräfte unter anderem diskutieren, wie wir Lernende heute im Umgang mit KI schulen sollten, um für die Berufswelt gewappnet zu sein.
Wir gestalten die Entwicklung bewusst flexibel, denn KI verändert sich – und unser Prozess tut es auch.
Wie seid ihr gestartet? Was funktioniert bei euch? Was macht ihr vielleicht anders? Wir freuen uns über den Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen.





