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„Lesen gegen das Vergessen“ 2026 – Gedenken mit Worten und Musik

„Lesen gegen das Vergessen“ 2026 – Gedenken mit Worten und Musik

Anläss­lich des Gedenk­tags der Bücher­ver­bren­nun­gen vom 10. Mai 1933 fand am 11. Mai 2026 die Ver­an­stal­tung „Lesen gegen das Ver­ges­sen“ statt. Orga­ni­siert wur­de sie von der IG Frie­dens­tau­be gemein­sam mit der Poli­tik­leh­re­rin Rosa Siek­mann und der Klas­se 8.1 in Koope­ra­ti­on mit dem Stadt­teil­zen­trum Mar­zahn-Hel­lers­dorf sowie dem Bünd­nis für Demo­kra­tie und Toleranz.

Im Mit­tel­punkt stand eine öffent­li­che Lesung mit Tex­ten unter ande­rem von Ber­tolt Brecht, Erich Käst­ner, Mascha Kalé­ko und Lili Grün — Autorin­nen und Autoren, deren Wer­ke von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ver­folgt und ver­brannt wurden.

Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Klas­se 8.1 lie­hen die­sen Stim­men ein­drucks­voll Gehör. Musi­ka­lisch beglei­tet wur­de das Geden­ken von der Blä­ser­klas­se 1 unter der Lei­tung von Jen­ny Humann. Ruhi­ge, teils melan­cho­li­sche, aber auch hoff­nungs­vol­le Stü­cke aus Klas­sik sowie Rock und Pop ver­lie­hen den Tex­ten zusätz­li­che Tie­fe und schu­fen eine bewe­gen­de Atmosphäre.

Die Ver­an­stal­tung mach­te deut­lich, wor­um es beim Erin­nern geht: Gedan­ken und Stim­men leben­dig zu hal­ten, Viel­falt zu schüt­zen und sich ent­schie­den gegen Aus­gren­zung und Unmensch­lich­keit zu stel­len. Denn — so wur­de ein­drück­lich spür­bar — Gedan­ken las­sen sich nicht verbrennen.

Zu den Gäs­ten zähl­te auch die Abge­ord­ne­te und Vor­sit­zen­de des Lan­des­ver­ban­des Ber­lin des Deut­schen Biblio­theks­ver­ban­des Regi­na Kitt­ler, die in ihrem Bei­trag an die Holo­caust-Über­le­ben­de Mar­got Fried­län­der erin­ner­te. Auch unse­re Schul­lei­te­rin Frau Wolf­ram-Gagel rich­te­te ein­dring­li­che Wor­te an das Publi­kum und beton­te die Bedeu­tung von Mensch­lich­keit, Demo­kra­tie und Zivil­cou­ra­ge.

Sehr geehr­te Gäs­te, lie­be Schü­le­rin­nen und Schü­ler,
lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,
sehr geehr­te Eltern und Freun­de unse­rer Schule,

ich begrü­ße Sie herz­lich zu unse­rer heu­ti­gen Ver­an­stal­tung „Lesen gegen das Vergessen“.

Der gest­ri­ge Tag, der 10. Mai, erin­nert uns an ein dunk­les Kapi­tel deut­scher Geschich­te. Vor 93 Jah­ren wur­den in vie­len deut­schen Städ­ten Bücher ver­brannt – Bücher von Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­lern, die kri­tisch dach­ten, die wider­spra­chen, die sich für Frei­heit, Mensch­lich­keit und Demo­kra­tie einsetzten.

Die Natio­nal­so­zia­lis­ten woll­ten nicht nur Bücher ver­nich­ten. Sie woll­ten Gedan­ken aus­lö­schen. Sie woll­ten Stim­men zum Schwei­gen bringen.

Doch Gedan­ken las­sen sich nicht verbrennen.

Gera­de des­halb ist es wich­tig, dass wir heu­te erin­nern. Denn die Bücher­ver­bren­nun­gen von 1933 waren ein frü­hes Zei­chen dafür, wohin Aus­gren­zung, Hass und Gleich­schal­tung füh­ren kön­nen. Moder­ne Lite­ra­tur, kri­ti­sche Kunst und freie Mei­nun­gen wur­den als soge­nann­te „ent­ar­te­te Kunst“ dif­fa­miert und bekämpft.

Heu­te machen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Klas­se 8.1 unter der Lei­tung von Rosa Siek­mann sowie unse­re Frie­dens­tau­ben unter der Lei­tung von Emma Tüm­ler und Jan­nis Koll genau die­se Stim­men wie­der hör­bar. Sie lesen Tex­te von Autorin­nen und Autoren, deren Wer­ke damals ver­brannt wurden.

Die Gedich­te und Tex­te von Ber­tolt Brecht, Erich Käst­ner, Mascha Kalé­ko und Lili Grün erzäh­len von Wider­stand, Exil, Ver­lust und Angst – aber auch von Mut, Mensch­lich­keit und Hoffnung.

Die­se The­men sind nicht nur Ver­gan­gen­heit. Sie betref­fen auch unse­re Gegenwart.

Beson­ders ein­dring­lich wur­de uns das im Sep­tem­ber 2024 bewusst, als die Holo­caust- Über­le­ben­de Mar­got Fried­län­der unse­re Schu­le besuchte.

Ihre Bot­schaft war klar und zugleich von gro­ßer Mensch­lich­keit: „Seid menschlich.“

Die­se Wor­te sind Mah­nung und Auf­trag zugleich.

Mar­got Fried­län­der erin­ner­te uns dar­an, wie wich­tig Tole­ranz, Mit­mensch­lich­keit und Zivil­cou­ra­ge sind. Sie for­der­te uns auf, nicht weg­zu­se­hen, wenn Men­schen aus­ge­grenzt oder her­ab­ge­wür­digt werden.

Als Schu­le sehen wir es als unse­re Ver­ant­wor­tung, die­se Bot­schaft wei­ter­zu­tra­gen. Demo­kra­tie, Mei­nungs­frei­heit und Respekt sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten. Sie müs­sen geschützt und gelebt wer­den – jeden Tag.

Wer Geschich­te kennt, erkennt Gefah­ren frü­her. Und wer liest, lernt, ande­re Men­schen zu verstehen.

Des­halb ist unse­re heu­ti­ge Ver­an­stal­tung mehr als ein Rück­blick. Sie ist ein Zei­chen gegen das Ver­ges­sen – und für Menschlichkeit.

Mein beson­de­rer Dank gilt der Klas­se 8.1, Frau Siek­mann, den Frie­dens­tau­ben sowie Emma und Jan­nis und Frau Jen­ny Humann mit der Blä­ser­klas­se 1 für die musi­ka­li­sche Gestal­tung die­ses Nachmittages.

Ich wün­sche uns allen eine ein­drucks­vol­le und nach­denk­li­che und zugleich wirk­sa­me Ver­an­stal­tung im Namen der Mensch­lich­keit. Vie­len Dank.

Dana Wolf­ram-Gagel

Unser herz­lichs­ter Dank gilt allen Besu­che­rin­nen und Besu­chern sowie Betei­lig­ten — ins­be­son­de­re der Klas­se 8.1, Rosa Siek­mann, der IG Frie­dens­tau­be, der Blä­ser­klas­se 1, Dana Wolf­ram-Gagel und Aaron Desch­ler sowie dem Orga­ni­sa­ti­ons­team des Bünd­nis­ses für Demo­kra­tie und Tole­ranz in Mar­zahn-Hel­lers­dorf um Ute Tho­mas und Dag­mar Poetzsch. Gemein­sam ist es uns gelun­gen, eine ein­drucks­vol­le und gelun­ge­ne Gedenk­ver­an­stal­tung zu organisieren.

Die Ver­an­stal­tung war ein star­kes Zei­chen gegen das Ver­ges­sen und für eine offe­ne, demo­kra­ti­sche Gesell­schaft.

Jen­ny Humann sowie Emma Tüm­ler und Jan­nis Koll
Blä­ser­klas­sen­lei­tung & Lei­tungs­team der IG Friedenstaube

Eindrücke der Veranstaltung