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Abitur 2026: Ein Jahrgang, der Spuren des Engagements hinterlässt

Abitur 2026: Ein Jahr­gang, der Spu­ren des Enga­ge­ments hinterlässt

Mit der fei­er­li­chen Zeug­nis­über­ga­be und dem anschlie­ßen­den Abitur­ball am 3. Juli 2026 ver­ab­schie­de­te das Otto-Nagel-Gym­na­si­um einen Jahr­gang, der unse­re Schu­le auf beson­de­re Wei­se geprägt hat. Der her­vor­ra­gen­de Abitur­durch­schnitt von 1,80 steht für Leis­tungs­be­reit­schaft und Aus­dau­er. Noch mehr in Erin­ne­rung blei­ben wer­den jedoch die Hal­tung und der Gemein­schafts­sinn die­ses Jahrgangs.

In ihrer Abitur­re­de wür­dig­te die Schul­lei­te­rin die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten als einen Jahr­gang, der Leis­tung mit Ver­ant­wor­tung ver­bun­den hat. Ob auf der Büh­ne, im Wett­be­werb, im gesell­schaft­li­chen Enga­ge­ment oder im Schul­all­tag, die Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben ihre Talen­te genutzt, um Schu­le aktiv mit­zu­ge­stal­ten. Sie haben ihre Stim­me erho­ben, demo­kra­ti­sche Wer­te gelebt und sich für Frei­heit, Soli­da­ri­tät und ein respekt­vol­les Mit­ein­an­der eingesetzt.

Mit Auf­füh­run­gen wie Die Weih­nachts­ge­schich­teFri­da und Fri­da und dem selbst ent­wi­ckel­ten Thea­ter­stück Spa­ghet­ti, mit Erfol­gen bei Jugend debat­tiert und im Mehr­spra­chen­wett­be­werb sowie mit ihrem Ein­satz für die Schul­ge­mein­schaft haben sie blei­ben­de Akzen­te gesetzt. Sie haben gezeigt, dass Bil­dung weit über gute Noten hinausgeht.

Wie eng die­ser Jahr­gang mit­ein­an­der und mit der Schul­ge­mein­schaft ver­bun­den ist, wur­de auch beim Abitur­ball deut­lich. Die Reden der Tuto­rin­nen und Tuto­ren sowie der Tuto­ri­en waren geprägt von Wert­schät­zung, gegen­sei­ti­gem Respekt und gro­ßer Dank­bar­keit. Sie mach­ten deut­lich, wie viel gemein­sa­mes Erle­ben, Ver­trau­en und Zusam­men­halt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gewach­sen sind.

Wir ver­ab­schie­den einen leis­tungs­star­ken, demo­kra­ti­schen und frei­heits­lie­ben­den Jahr­gang, der das Otto-Nagel-Gym­na­si­um nach­hal­tig berei­chert hat. Für den wei­te­ren Lebens­weg wün­schen wir unse­ren Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten, dass sie auch künf­tig mit Mut, Hal­tung und Mensch­lich­keit Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Mögen die Erfah­run­gen, die sie an unse­rer Schu­le gesam­melt haben, sie auf den Büh­nen ihres Lebens beglei­ten und ihnen die Kraft geben, wei­ter­hin nach­hal­ti­ge Spu­ren zu hinterlassen.

Herz­li­chen Glück­wunsch zum Abitur 2026!

Sehr geehr­te Eltern,
lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,
ver­ehr­te Gäs­te – und vor allem: lie­be Abitu­ri­en­tin­nen und Abiturienten,

heu­te Abend ste­hen wir an einem Moment, der sich nicht ein­fach wie­der­ho­len lässt. Ein Über­gang. Ein Abschluss. Und gleich­zei­tig ein Beginn.

Als Schul­lei­te­rin fra­ge ich mich in sol­chen Augen­bli­cken immer:
Was muss ich sagen, damit etwas bleibt?
Nicht nur für den Abend. Nicht nur für Fotos und Video­auf­nah­men.
Son­dern für spä­ter – in zehn, zwan­zig, drei­ßig Jah­ren, wenn aus die­sem Raum längst Lebens­we­ge gewor­den sind.

Die­se Rede ist die ers­te die­ses Abends. Und erfah­rungs­ge­mäß gilt: Der ers­te Ton bleibt oft län­ger im Ohr als alle weiteren.

Viel­leicht wer­det ihr euch in vie­len Jah­ren an vie­les erin­nern: an Prü­fun­gen, an Gesprä­che, an Lehr­kräf­te, an Freund­schaf­ten, an eure Mot­to­wo­che, in der ihr auf Tischen getanzt habt – was übri­gens päd­ago­gisch betrach­tet nicht ganz im Ein­klang weder mit den Aula-Regeln noch mit der Haus­ord­nung stand.
Viel­leicht erin­nert ihr euch an den heu­ti­gen Tag, an dem par­al­lel die Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft mit drei KO-Spie­len läuft, und Deutsch­land nicht mehr dabei ist.

Euer heu­ti­ges Fina­le ist jedoch ein weit­aus wich­ti­ge­res als das der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft. Ihr habt das Est­rel heu­te mit euren ganz per­sön­li­chen Fans gefüllt – und an die­sem Abend gibt es kei­ne Ver­lie­re­rin­nen oder Ver­lie­rer, son­dern nur Gewin­ne­rin­nen und Gewin­ner. Und anders als im Sta­di­on braucht es hier weder Ver­län­ge­rung noch Elf­me­ter­schie­ßen; das Ergeb­nis ist bereits ein­deu­tig entschieden.

Mit einem Abitur­durch­schnitt von 1,80 habt ihr einen Wert erreicht, der euch nicht nur in die Rei­he sehr guter Jahr­gän­ge des Otto-Nagel-Gym­na­si­ums stellt, son­dern euch auch im ber­lin- und bun­des­wei­ten Ver­gleich Maß­stä­be set­zen lässt.
Das ist kein Zufall, kein Glücks­tref­fer, kein Moment der Impro­vi­sa­ti­on.
Das ist das Ergeb­nis von Jah­ren der Arbeit, der Orga­ni­sa­ti­on und des gemein­sa­men Weges mit euren Fami­li­en, euren Freun­din­nen und Freun­den sowie euren Leh­re­rin­nen und Lehrern.

Und wenn man euch als Jahr­gang beschrei­ben will, dann fällt eines auf, das sich durch­zieht wie ein roter Faden:
Ihr wart ein Jahr­gang, der wuss­te, was er tut.

Wenn ich heu­te auf euch bli­cke, dann sehe ich aber nicht nur Orga­ni­sa­ti­on und Leis­tung.
Ich sehe etwas ande­res, etwas, das die­sen Jahr­gang beson­ders macht.

Ich sehe eine Bühne.

Nicht die Büh­ne im wört­li­chen Sinn.
Son­dern die Büh­ne, auf der man zeigt, wer man ist – und auf der man ent­schei­det, ob man nur auf­tritt oder etwas sagt.

Ihr habt die­se Büh­nen genutzt.

Da war zum Bei­spiel „Die Weih­nachts­ge­schich­te“ auf der Grü­nen Büh­ne.
Charles Dickens hat kei­ne harm­lo­se Win­ter­er­zäh­lung geschrie­ben.
Er hat über Macht, über Gier und über das Den­ken „Me first“ geschrie­ben.
Und ihr habt die­se Geschich­te nicht nur gespielt, son­dern in eure Gegen­wart über­setzt:
Gemein­schaft statt Ego­is­mus.
Ver­ant­wor­tung statt Gleich­gül­tig­keit.
Und vor allem: Hal­tung statt Weg­se­hen.

Das ist der eigent­li­che Kern von Bil­dung – nicht das Wie­der­ge­ben von Tex­ten, son­dern das Ver­ste­hen des­sen, was sie bedeuten.

Dann war da „Fri­da und Fri­da“ im Fried­rich­stadt-Palast.
Eine Show, die die gan­ze Schul­ge­mein­schaft bewegt hat.
Und mit­ten­drin der Aus­ruf: „Zack Zack“.
Manch­mal sind es genau die­se klei­nen, schein­bar bei­läu­fi­gen Momen­te, die blei­ben – weil sie etwas Grö­ße­res tra­gen: Ener­gie, Humor und eine gewis­se Ent­schlos­sen­heit, Din­ge anzugehen.

Und dann gab es die­sen beson­de­ren Moment nach eurem Abitur:
„Spa­ghet­ti“ – ein Stück, das ihr selbst auf die Büh­ne gebracht habt.
Eigen­ver­ant­wort­lich. Ohne Pflicht. Ohne Noten.
Son­dern als Zei­chen: Wir sind noch da. Und wir wol­len etwas sagen.

Das ist viel­leicht einer der ehr­lichs­ten Momen­te eines Jahr­gangs:
Wenn man nicht mehr muss – aber trotz­dem will.

Dazu kommt die Kraft der Wor­te in ande­ren Formen.

Im „Jugend debattiert“-Wettbewerb habt ihr gezeigt und erlebt, dass Argu­men­te Gewicht haben kön­nen.
Dass Zuhö­ren und Wider­spre­chen kei­ne Gegen­sät­ze sind, son­dern Vor­aus­set­zun­gen für den gemein­sa­men Dis­kurs.
Mit dem Ein­zug ins Bun­des­fi­na­le durch Saskia Schmahl habt ihr die­se Fähig­keit weit über die Schu­le hinausgetragen.

Im Mehr­spra­chen­wett­be­werb habt ihr, ver­tre­ten durch Savi­noz, gezeigt, dass Spra­che nicht trennt, son­dern ver­bin­det.
Mehr Spra­chen bedeu­ten nicht mehr Distanz – son­dern mehr Wir.

Und dann war da etwas, das viel­leicht kei­ne Büh­ne im klas­si­schen Sinn hat­te, aber eine umso grö­ße­re Bedeu­tung:
Eure Stim­me für Soli­da­ri­tät.
Als es um die Kün­di­gung unse­rer Küchen­frau Car­men ging, habt ihr nicht geschwie­gen.
Ihr habt eine Peti­ti­on gestar­tet, die mehr war als ein for­ma­ler Akt.
Sie war und ist ein Zei­chen: Men­schen gehö­ren dazu. Und man steht für­ein­an­der ein.

Das ist der Punkt, an dem aus einer Schü­ler­schaft eine Gemein­schaft wird.

Lie­be Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten,
wenn ich all das zusam­men­neh­me, dann bleibt ein Bild:

Ihr habt die­se Schu­le nicht nur durch­lau­fen.
Ihr habt sie bespielt.

Und genau des­halb ist die­se Rede auch ein Ver­such, euch etwas mit­zu­ge­ben, das über den heu­ti­gen Abend hinausreicht.

Denn irgend­wann wird die Büh­ne wech­seln.
Im Lau­fe des Lebens wird die Aula klei­ner erschei­nen.
Und die Rol­len wer­den nicht mehr vor­ge­ge­ben sein.

Aber eines bleibt:
Die Fähig­keit, sich auf eine Büh­ne zu stel­len, die eige­ne Stim­me zu nut­zen – und nicht nur für sich zu spre­chen, son­dern auch für andere.

Das ist viel­leicht die wich­tigs­te Lek­ti­on die­ses Jahrgangs.

Und wenn ich mir wün­sche, was von euch bleibt, dann nicht nur der Schnitt von 1,80, so beein­dru­ckend er ist.
Son­dern die Hal­tung dahin­ter:
Sorg­falt statt Zufall.
Gemein­schaft statt Ver­ein­ze­lung
.
Und der Mut, sicht­bar und gehört zu wer­den, wenn es dar­auf ankommt.

Bevor ich zum Schluss kom­me, kom­men wir zu den Ehrungen.

Von 153 Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten haben ins­ge­samt 9 den Traum­durch­schnitt von 1,0 erreicht. Ein herz­li­chen Glück­wunsch an Saskia Schmahl, Anna Char­lot­te Heymann, Nora Oli­va Man­son, Hele­na Tag, Carl Joost, Emi­ly Vivi­en­ne Tchi­kov, Kay­sa Korp, Lene Noack und Thom­my Huang.

Für her­vor­ra­gen­de schu­li­sche Leis­tun­gen und ihr Enga­ge­ment in der Schu­le und für die Schul­ge­mein­schaft nomi­nie­ren wir Saskia Schmahl, Anna Char­lot­te Heymann, Hele­na Tata und Emi­ly Vivi­en­ne Tchi­kov für das Sti­pen­di­um der Deut­schen Studienstiftung.

Das e.fellows.net Sti­pen­di­um erhal­ten in die­sem Jahr 25 Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten des Jahr­gangs, die einen Abitur­durch­schnitt von 1,2 und bes­ser erreicht haben.

An die­ser Stel­le möch­te ich auch noch Syd­ney Rath­ge, Leo­nie Döbel, Adna Flie­gner, Samu Pil­grimm, Lot­ta Preuß, Mila Heyder und Lee Roth dan­ken für den enga­gier­ten Ein­satz im Rah­men der IG Frie­dens­tau­be — im Ein­satz für das Mot­to der Tau­ben: Sozia­le Schu­le. Huma­ne Welt.

Für das her­aus­ra­gen­de Enga­ge­ment im Rah­men der Tätig­keit im Team Redak­ti­on und im Bereich Dar­stel­len­des Spiel wur­de Sanya Leh­mann mit dem Enga­ge­ment-Preis des Otto-Nagel-Gym­na­si­ums 2026 aus­ge­zeich­net. Herz­li­chen Glückwunsch!

Ich gra­tu­lie­re allen Aus­ge­zeich­ne­ten sehr herz­lich – und eben­so dem gesam­ten Jahr­gang, der heu­te zeigt, was mög­lich ist, wenn vie­le ihren Teil beitragen.

Und viel­leicht passt es, dass die­ser Abend par­al­lel zur Fuß­ball-WM statt­fin­det.
Denn wäh­rend ande­re noch auf das End­spiel war­ten, habt ihr eures bereits gespielt – und gewonnen.

Euer Abitur ist damit mehr als ein Abschluss­zeug­nis.
Es ist ein Beleg dafür, dass Aus­dau­er, Orga­ni­sa­ti­on und gemein­sa­mes Arbei­ten Ergeb­nis­se her­vor­brin­gen, die tragen.

Ich wün­sche euch, dass ihr eure Büh­ne fin­det.
Und dass ihr den Mut behal­tet, sie zu betreten.

Denn eine Büh­ne ist nie nur ein Ort.
Sie ist eine Ent­schei­dung.

Sie ist der Moment, in dem aus Anwe­sen­heit Bedeu­tung wird.

Und am Ende bleibt letzt­lich nur das:
Nicht der Auf­tritt – son­dern das, was gesagt wurde.

Mir bleibt nur noch Fol­gen­des zu sagen: Herz­li­chen Glück­wunsch zum Abitur 2026.
Und alles Gute für das Bestrei­ten aller wei­te­ren Büh­nen des Lebens!