Aktuelle Position: 

Berufsorientierung: Fachkräftesicherung beginnt an der Schule

Wer über Fach­kräf­te­man­gel spricht, muss auch über Schu­le spre­chen.
Denn die Fra­ge, wie jun­ge Men­schen ihren Weg in Aus­bil­dung, dua­les Stu­di­um oder Hoch­schu­le fin­den, ent­schei­det sich nicht erst nach dem Abitur, son­dern deut­lich früher.

Vie­le Betrie­be bekla­gen eine feh­len­de oder ein­ge­schränk­te Aus­bil­dungs­fä­hig­keit von Schul­ab­gän­ge­rin­nen und Schul­ab­gän­gern. Hier besteht gesell­schaft­li­cher Handlungsbedarf.

Am Otto-Nagel-Gym­na­si­um (ONG) erle­ben wir täg­lich, wie groß das Inter­es­se unse­rer Ler­nen­den an ihrer beruf­li­chen Zukunft ist. Gleich­zei­tig sehen wir die Gren­zen der aktu­el­len Strukturen.

Berufs­ori­en­tie­rung fin­det an vie­len Gym­na­si­en häu­fig zusätz­lich zur regu­lä­ren Stun­den­ta­fel statt. Hin­ter­grund ist ein Ziel­kon­flikt, den vie­le Schu­len ken­nen: Wäh­rend Lehr­kräf­te umfang­rei­che Lehr­plä­ne erfül­len müs­sen, orga­ni­sie­ren Berufs­ori­en­tie­rungs-Teams Prak­ti­ka, Men­to­ring­pro­gram­me, Unter­neh­mens­kon­tak­te und beglei­ten Jugend­li­che bei ihrer Berufs- und Stu­di­en­wahl. Bei­de Sei­ten ver­fol­gen wich­ti­ge Zie­le, kämp­fen aber oft um die­sel­be knap­pe Res­sour­ce: Zeit.

Das Ergeb­nis ist ein Neben­ein­an­der statt eines Mit­ein­an­ders. Solan­ge Berufs­ori­en­tie­rung als Zusatz­auf­ga­be ver­stan­den wird, wer­den wir ihr Poten­zi­al nicht aus­schöp­fen. Wir brau­chen weni­ger Kon­kur­renz zwi­schen Lehr­plan und Pra­xis­be­zug und mehr Unter­richt, der bei­des verbindet.

Schu­le kann viel leis­ten, aber auch Poli­tik und Wirt­schaft sind gefragt. Wir wün­schen uns mehr poli­ti­schen Mut, Lehr­plä­ne zu hin­ter­fra­gen, und mehr Unter­neh­men, die sich aktiv in Schu­len ein­brin­gen – nicht nur durch Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen, die sich auf dem Papier gut lesen, son­dern durch kon­kre­te Ange­bo­te und ech­te Ein­bli­cke in die Praxis.

Vie­le Gym­na­si­as­tin­nen und Gym­na­si­as­ten inter­es­sie­ren sich für aka­de­mi­sche Bil­dungs­we­ge, ken­nen die Mög­lich­kei­ten dua­ler Stu­di­en­gän­ge jedoch oft nur ober­fläch­lich. Gleich­zei­tig tun sich Unter­neh­men häu­fig schwer, ihre Kar­rie­re­we­ge ziel­grup­pen­ge­recht zu präsentieren.

Berufs­ori­en­tie­rung darf auch am Gym­na­si­um kein Rand­the­ma sein. Sie ist eine zen­tra­le Zukunfts­auf­ga­be für unse­re Jugend­li­chen, unse­re Wirt­schaft und unse­re Gesellschaft.

Am ONG bie­ten wir des­halb ein brei­tes Spek­trum an Berufs­ori­en­tie­rungs­for­ma­ten an – von Stu­di­en- und Berufs­be­ra­tun­gen über Hoch­schul- und Berufs­mes­sen bis hin zu Bewer­bungs­trai­nings und Ein­bli­cken in unter­schied­li­che Berufs­fel­der durch exter­ne Refe­ren­tin­nen und Referenten.

Qua­li­ta­ti­ve Berufs­ori­en­tie­rung ist eine Berei­che­rung für uns alle. Wo jun­ge Men­schen gut infor­miert mit rea­lis­ti­schen Erwar­tun­gen in Stu­di­um oder Aus­bil­dung star­ten, wer­den Fehl­ent­schei­dun­gen, Ent­täu­schun­gen und Abbrü­che reduziert.

Unser Appell lau­tet des­halb: Wer Fach­kräf­te von mor­gen gewin­nen will, muss Berufs­ori­en­tie­rung heu­te ernst nehmen.

Team Öffent­lich­keits­ar­beit