Aktuelle Position: 

104 Jahre Margot Friedländer – und ihr Vermächtnis lebt weiter.

Heu­te wäre Mar­got Fried­län­der 104 Jah­re alt geworden.
Zwei­mal durf­te ich ihr begeg­nen – und bei­de Male hat sie mich tief beeindruckt.

Im Sep­tem­ber letz­ten Jah­res besuch­te sie das Otto-Nagel-Gym­na­si­um, wo ich ihr die IG Frie­dens­tau­be vorstellte.
Sie hör­te auf­merk­sam zu, nahm mei­ne Hand und sag­te lei­se, aber mit Nachdruck:
„Wir müs­sen gemein­sam für Demo­kra­tie und Mensch­lich­keit kämpfen.“

Dann strei­chel­te sie mir über das Gesicht – eine klei­ne Ges­te, die so viel sag­te: Mach wei­ter. Gib die­se Hal­tung weiter.

Bei unse­rer zwei­ten Begeg­nung – der Ver­lei­hung des Mar­got-Fried­län­der-Prei­ses 2024 – sah sie mich wie­der, lächel­te und sag­te: „Wie ver­dient ihr die­sen Preis habt.“
In die­sem Moment war klar: Bil­dung ist mehr als Wis­sens­ver­mitt­lung. Sie ist Haltungsbildung.

Genau das ver­su­chen wir weiterzugeben.

Ges­tern fand unser Pro­jekt „Respekt ver­bin­det“ mit dem Jahr­gang 6 statt – gemein­sam mit meet2respect, wo ein Imam und ein Rab­bi gemein­sam Schu­len besu­chen, um Dia­log und Ver­ständ­nis zu fördern.
Die Kin­der stell­ten Fra­gen, hör­ten zu, lach­ten – und lern­ten: Ech­ter Respekt wächst aus dem Wunsch, zu ver­ste­hen, und beginnt, wenn wir den Mut haben, Fra­gen zu stellen.

Denn Reli­gio­nen sieht man Men­schen nicht an – und das soll­te auch nie­mals ein Pro­blem sein. In Zei­ten, in denen wie­der zu oft über „ver­än­der­te Stadt­bil­der“ gespro­chen wird, zei­gen sol­che Begegnungen:
Schu­le kann und muss ein Ort der Ver­bin­dung sein, nicht der Abgrenzung.

Nächs­te Woche folgt unser nächs­tes Pro­jekt: „Gemein­sam für Inklu­si­on“ mit dem 10. Jahr­gang – eine Vor­be­rei­tung auf das Arbeits­le­ben, aber auch auf das Leben in einer viel­fäl­ti­gen Gesellschaft.
Denn Inklu­si­on bedeu­tet nicht nur, Unter­schie­de zu akzep­tie­ren, son­dern sie als Stär­ke zu verstehen.

Mar­got Fried­län­der hat ein­mal gesagt:
„Ihr seid nicht schuld an dem, was war. Aber ver­ant­wort­lich dafür, dass es nie wie­der geschieht.“

Die­se Ver­ant­wor­tung tra­gen wir als Päd­ago­gin­nen und Päd­ago­gen – nicht nur als Lehr­kräf­te, son­dern als Vor­bil­der und als Menschen.

Jeden Tag, in jedem Gespräch, in jedem Projekt.

- Jan­nis Koll

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