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Wir hinterfragen Rollenklischees – mit dem 7. Jahrgang

Rol­len­kli­schees begeg­nen uns über­all im All­tag – oft, ohne dass wir sie bewusst wahr­neh­men. Genau damit beschäf­tig­te sich unser Pro­jekt „Rol­len­kli­schees und wie wir die­se über­win­den“, das wir in die­sem Jahr gemein­sam mit dem 7. Jahr­gang durch­ge­führt haben.

Als IG Frie­dens­tau­be ist es uns wich­tig, unse­re Schü­le­rin­nen und Schü­ler dafür zu sen­si­bi­li­sie­ren, wie Rol­len­bil­der ent­ste­hen, wie sie unser Den­ken beein­flus­sen kön­nen und wel­che Mög­lich­kei­ten es gibt, die­se zu über­win­den. Zu Beginn sam­mel­ten wir gemein­sam typi­sche Bei­spie­le: Blau für Jungs, Pink für Mäd­chen – sol­che Vor­stel­lun­gen ken­nen vie­le. Auch Sät­ze wie „Jungs spie­len mit Autos“ oder „Mäd­chen mit Pup­pen“ kamen zur Sprache.

Schnell wur­de deut­lich, dass vie­le die­ser Rol­len­bil­der bereits im frü­hen Kin­des­al­ter in unse­rer Gesell­schaft ver­mit­telt wer­den. Eine Ler­nen­de brach­te es tref­fend auf den Punkt: „Es ist doch völ­lig egal, ob ein Jun­ge oder ein Mäd­chen mit einem Auto spielt – genau­so kön­nen auch Men­schen des glei­chen Geschlechts ganz selbst­ver­ständ­lich befreun­det sein.“
Auch die Rol­le der Medi­en wur­de the­ma­ti­siert – ins­be­son­de­re die Fra­ge, wie „Hel­den“ in Fil­men und Mär­chen dar­ge­stellt wer­den und wel­che Bil­der dabei ent­ste­hen. Die Ler­nen­den hiel­ten ihre eige­nen Vor­stel­lun­gen zunächst in Form klei­ner Zeich­nun­gen fest, die anschlie­ßend gemein­sam bespro­chen und reflek­tiert wurden.

Im wei­te­ren Ver­lauf des Work­shops hin­ter­frag­ten die Ler­nen­den die­se Rol­len­bil­der kri­tisch. Wir spra­chen über mög­li­che Fol­gen von Rol­len­kli­schees, etwa ein­engen­de Erwar­tun­gen und gesell­schaft­li­chen Druck, und dar­über, wie sie Men­schen in ihrer Ent­fal­tung ein­schrän­ken kön­nen. In die­sem Zusam­men­hang setz­ten wir uns auch mit dem Begriff Sexis­mus aus­ein­an­der und über­leg­ten, wie wir in unse­rem All­tag respekt­voll und offen mit­ein­an­der umge­hen können.

Ein wich­ti­ger Bestand­teil des Pro­jekts war die Selbst­re­fle­xi­on. Wir haben die Ler­nen­den dazu ange­regt, ihre eige­nen Sicht­wei­sen zu hin­ter­fra­gen und dar­über nach­zu­den­ken, wie Vor­ur­tei­le ent­ste­hen und wie man ihnen bewusst begeg­nen und ent­ge­gen­tre­ten kann.

Zum Abschluss konn­ten die Ler­nen­den ihr neu­es Wis­sen krea­tiv umset­zen: In Grup­pen gestal­te­ten sie Wer­be­pla­ka­te, die bewusst ohne Rol­len­kli­schees aus­kom­men und alter­na­ti­ve, viel­fäl­ti­ge Dar­stel­lun­gen zeigen.

Wir sind uns sicher, dass das Pro­jekt den Ler­nen­den nicht nur neue Per­spek­ti­ven eröff­net hat, son­dern sie auch ermu­tigt, im All­tag für Offen­heit, Respekt und Gleich­be­rech­ti­gung einzutreten.

Emma Tüm­ler und Jan­nis Koll
im Namen der IG Friedenstaube