Wie kann Lernen außerhalb des Klassenraums gelingen und dabei gleichzeitig Selbstorganisation, Zusammenarbeit und fachliches Verständnis stärken?
Die Klasse 8.1 beschäftigte sich vor den Osterferien an vier aufeinanderfolgenden Projekttagen intensiv mit der industriellen Revolution. Im Mittelpunkt stand dabei das Lernen in flexiblen Raum-Zeit-Strukturen: Die Stadt wurde zum Lernort, das Berliner Technikmuseum zum außerschulischen Klassenzimmer.
Die Schülerinnen und Schüler erkundeten das Museum eigenständig und setzten sich intensiv mit den ausgestellten Maschinen, technischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Veränderungen der industriellen Revolution auseinander. Besonders die originalen Maschinen ermöglichten einen anschaulichen Zugang zu den Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit. Themen wie Arbeitsschutz, technische Innovationen und gesellschaftlicher Wandel wurden dadurch deutlich greifbarer.
Gleichzeitig konnten die Lernenden Zeiten und Orte ihrer Projektarbeit teilweise selbst wählen. Dadurch waren sie besonders in ihrer Selbstorganisationsfähigkeit gefordert und konnten eigene Arbeitsrhythmen bewusst nutzen. Viele Schülerinnen und Schüler empfanden genau diese Freiheit als motivierend und produktiv.
In kleinen Teams entstanden kreative Audioguides zu verschiedenen Ausstellungen des Technikmuseums. Die Ergebnisse zeigen nicht nur fachliches Verständnis, sondern auch eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Gruppen. Aufgaben wurden eigenständig verteilt und so bearbeitet, dass sich jede und jeder mit den eigenen Stärken einbringen konnte.
Besonders positiv wurde von der Lerngruppe wahrgenommen, dass selbstständiges Arbeiten nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Chance erlebt wurde. Eine Schülerin schrieb in ihrer Reflexion:
„Ich fand das Projekt sehr interessant. Erstens die einzelnen Funktionsweisen der Maschinen kennenzulernen, aber auch mich mit dem Leben der Menschen früher zu befassen. Außerdem fand ich, es war eine sehr tolle Erfahrung, sich selbst die Arbeitszeit einzuteilen, weil ich mich dadurch selbstständiger gefühlt habe und weniger das Gefühl hatte, etwas nicht zu schaffen.“
Auf die Klasse warten in diesem Schuljahr noch zwei weitere hybride Projekte mit flexibler Raum-Zeit-Struktur: Die Schülerinnen und Schüler werden fachübergreifend den städtischen Raum erkunden und u.a. den Hugenotten auf die Spur gehen.
Catrin Heubel




