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Was bleibt, wenn der Applaus verklungen ist

Das 27. Thea­ter­fes­ti­val Mar­zahn-Hel­lers­dorf ist vor­bei. Die Büh­ne ist abge­baut, die Lich­ter sind aus, der Schul­all­tag hat wie­der begon­nen.
Was bleibt, ist mehr als ein kul­tu­rel­les Ereig­nis.

In den ver­gan­ge­nen Tagen wur­de sicht­bar, wel­che Rol­le Thea­ter als Teil schu­li­scher Bil­dung spie­len kann: Jun­ge Men­schen haben sich auf der Büh­ne gezeigt – mit ihren Fra­gen, Kon­flik­ten, Zwei­feln und Hal­tun­gen. Sie haben gemein­sam gear­bei­tet, Ver­ant­wor­tung über­nom­men und erfah­ren, dass Ver­stän­di­gung nicht selbst­ver­ständ­lich ist, son­dern erar­bei­tet wer­den muss.

Gera­de in einer Zeit, die von Beschleu­ni­gung, Pola­ri­sie­rung und ver­kürz­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men geprägt ist, schafft Thea­ter einen beson­de­ren Raum. Es ver­lang­samt, macht Ambi­va­len­zen sicht­bar und ermög­licht Per­spek­tiv­wech­sel, die nicht ein­ge­for­dert, son­dern erlebt wer­den. Thea­ter ist damit kein Gegen­ent­wurf zur Gegen­wart, son­dern eine not­wen­di­ge Übung für sie.

Schu­li­sche Thea­ter­ar­beit ist aus unse­rer Sicht kein deko­ra­ti­ver Zusatz, son­dern ein zen­tra­ler Bestand­teil ganz­heit­li­cher Bil­dung. Sie stärkt Sprach­fä­hig­keit, Empa­thie, Team­ar­beit und demo­kra­ti­sche Hand­lungs­kom­pe­tenz – nicht abs­trakt, son­dern in gemein­sa­mer Pra­xis. Gemein­schaft ent­steht hier nicht durch Gleich­för­mig­keit, son­dern durch das Gestal­ten von Unter­schied­lich­keit.

Kul­tu­rel­le Bil­dung endet nicht mit dem letz­ten Vor­hang. Sie wirkt wei­ter – in Hal­tun­gen, in Gesprächs­fä­hig­keit, in der Bereit­schaft, sich auf ande­re ein­zu­las­sen. Wenn Schu­le jun­ge Men­schen auf eine kom­ple­xe Gesell­schaft vor­be­rei­ten soll, braucht sie genau die­se Erfah­rungs­räu­me.

Denn eine dia­log­fä­hi­ge Gesell­schaft ent­steht nicht von selbst.
Sie wird geprobt.

Team Öffent­lickeits­ar­beit