Aktuelle Position: 

Vertrauen als pädagogisches Prinzip

Künst­li­che Intel­li­genz ist längst Teil unse­rer Lebens- und Arbeits­welt – auch im Schul­all­tag. Und den­noch erle­ben wir, dass der ers­te Impuls vie­ler Lehr­kräf­te auf KI-Nut­zung oft die Angst vor Kon­troll­ver­lust ist. Die Befürch­tung, Leis­tun­gen nicht fair bewer­ten zu kön­nen, der Blick auf Regel­ver­stö­ße, die Sor­ge vor Täu­schung: Die Debat­te um KI im Schul­kon­text wird viel­fach als Debat­te um Betrugs­ver­su­che geführt.

Das ist nach­voll­zieh­bar, aber zu kurz gedacht.

Denn der Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz ist bereits All­tag in vie­len Arbeits­fel­dern und KI wird auch in Zukunft ein selbst­ver­ständ­li­ches Werk­zeug sein – nicht nur in der Schu­le, son­dern auch im Stu­di­um und in nahe­zu allen Berufs­fel­dern. Unse­re Auf­ga­be als Schu­le ist es des­halb nicht, die Nut­zung von KI-Sys­te­men zu ver­bie­ten oder miss­trau­isch zu regle­men­tie­ren, son­dern ihre Anwen­dung sinn­voll und trans­pa­rent zu gestalten.

Am Otto-Nagel-Gym­na­si­um haben wir zu Beginn des neu­en Schul­jah­res kla­re Regeln für den Umgang mit KI ein­ge­führt und eine gemein­sa­me Ver­ein­ba­rung mit allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern getrof­fen. Aber wir wis­sen auch: Regeln erset­zen kei­ne Hal­tung und Ver­trä­ge schaf­fen kei­ne Garantie.

Selbst mit Doku­men­ta­ti­ons­pflicht, Trans­pa­renz­re­geln und unter­zeich­ne­ten Ver­ein­ba­run­gen wer­den wir nie voll­stän­dig kon­trol­lie­ren kön­nen, ob Künst­li­che Intel­li­genz heim­lich genutzt wur­de. Dar­um set­zen wir auf etwas anderes:

Wir möch­ten eine Lern­kul­tur för­dern, in der Ver­trau­en kein Risi­ko, son­dern ein päd­ago­gi­sches Prin­zip ist.

Trans­pa­renz ist dabei eine Kom­pe­tenz – kein Kon­troll­in­stru­ment. Sie ist eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für wis­sen­schaft­li­ches Arbei­ten, eine zen­tra­le Vor­be­rei­tung auf das Stu­di­um und wird schon heu­te bei uns in den Prä­sen­ta­ti­ons­prü­fun­gen der 10. und 12. Klas­se gezielt eingeübt.

Trans­pa­renz im Zusam­men­hang mit der Nut­zung von KI-Sys­te­men zu schaf­fen, bedeu­tet, Ver­ant­wor­tung für das eige­ne Ler­nen und Leis­ten zu über­neh­men und damit auch das Ver­trau­en ande­rer zu gewinnen.

Ja, Ver­stö­ße müs­sen sank­tio­niert wer­den, wenn sie pas­sie­ren und nach­weis­bar sind. Wich­ti­ger ist es jedoch, den Raum zu schaf­fen, in dem ein bewuss­ter und reflek­tier­ter KI-Ein­satz mög­lich ist – und zwar ohne Angst vor Ahn­dung, son­dern im gegen­sei­ti­gen Vertrauen.

Die­ser Text wur­de mit Unter­stüt­zung von KI optimiert.