Eine aktuelle Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing zeigt: Knapp zwei Drittel aller Jugendlichen haben bereits digitale Gewalt erlebt. Hasskommentare, Cybermobbing und gezielte Bloßstellungen im Internet sind keine Seltenheit. Doch was können wir dagegen tun? Wie können wir Deepfakes und Fakenews erkennen? Genau darum ging es in unserem Projekt „Stoppt Gewalt im Netz!“, das wir gemeinsam mit dem 8. Jahrgang durchgeführt haben.
Als IG Friedenstaube ist es uns ein wichtiges Anliegen, über digitale und sexualisierte Gewalt aufzuklären und junge Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Social Media zu sensibilisieren. Zu Beginn sprachen wir über Beispiele aus dem Alltag der Lernenden: beleidigende Kommentare, das ungefragte Weiterleiten von Bildern oder verletzende Nachrichten in Gruppenchats. Schnell wurde deutlich, wie präsent das Thema im Alltag eigentlich ist.
Doch wir beließen es nicht bei der Problembeschreibung. Gemeinsam sprachen wir über die weitreichenden Elemente und Folgen digitaler Gewalt: für Betroffene ebenso wie für diejenigen, die Grenzen überschreiten. Dabei stellten wir uns auch die Frage: „Straftat oder nicht?“ Viele Lernende waren überrascht, dass vermeintlich „harmlose“ Handlungen im Netz ernste rechtliche Konsequenzen haben und das Internet kein rechtsfreier Raum ist.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Debatte um ein mögliches Social-Media-Verbot unter 14 oder 16 Jahren. In einer offenen Diskussion sammelten die Lernenden Argumente für und gegen eine Altersbegrenzung. Einige betonten den Schutz vor Cybermobbing, Suchtgefahr und ungeeigneten Inhalten. Andere wiesen darauf hin, dass Social Media auch Raum für Austausch, Information und kreative Entfaltung bietet und dass Medienkompetenz nicht durch Verbote, sondern durch Aufklärung und eigenes Reflektieren entsteht.
Dabei wurde deutlich, wie komplex das Thema ist — es geht um Schutz und Selbstbestimmung, aber auch um Verantwortung von Plattformen, Erziehungsberechtigten und Nutzenden gleichermaßen. Viele Lernende befürworteten umfangreichere Beschränkungen, wie z.B. für Nutzungszeiten, aber sprachen sich gegen ein generelles Verbot aus.
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung informierten wir auch über Hilfestellen und Unterstützungsangebote, damit niemand mit schwierigen Erfahrungen allein bleibt.
Wir sind uns sicher, dass der Workshop die Lernenden nicht nur informiert, sondern auch bestärkt hat, im digitalen Raum achtsam zu handeln, Grenzen zu respektieren und bei Gewalt — sowohl im realen als auch digitalen Raum — nicht wegzusehen.
Emma Tümler und Jannis Koll
im Namen der IG Friedenstaube





