Was passiert, wenn engagierte Schülerinnen und Schüler aus zwei Bundesländern zusammenkommen, um über Demokratie, Mitbestimmung und Zukunftsfragen ins Gespräch zu kommen? Vom 11. bis 12. Februar haben wir genau das erlebt. Die IG Friedenstaube hatte erstmals im Rahmen einer IG-internen Lernexpedition die Gelegenheit, das siebenköpfige Schulsprecherteam der Brecht-Schule Hamburg am Otto-Nagel-Gymnasium begrüßen zu dürfen. Die beiden Tage zeigten eindrucksvoll, wie lebendig demokratische Bildung sein kann, wenn junge Menschen sie selbst gestalten (dürfen).
In einem offenen und wertschätzenden Austausch kamen wir über konkrete Formen von SchülerInnenpartizipation ins Gespräch. Gemeinsam reflektierten wir, was in der Schülervertretungsarbeit gut gelingt, wo Herausforderungen liegen und wie Beteiligung an Schule nachhaltig gestärkt werden kann – ein wichtiger Impuls auch für die Weiterentwicklung der eigenen SV-Arbeit.
Ein besonderes Highlight war der Besuch im Futurium – dem Haus der Zukünfte. In interaktiven Ausstellungen beschäftigten wir uns mit zentralen Fragen unserer Zeit:
Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie gehen Demokratien mit Krisen um? Und was bedeutet nachhaltiges Handeln konkret?
Ob beim Planspiel zur Steuerung einer virtuellen Stadt, bei der Entscheidung über zukünftige Nutzung urbaner Räume oder beim Nachdenken über Umwelt, Technik und gesellschaftliches Zusammenleben – überall wurde spürbar: Zukunft braucht Beteiligung und demokratische Entscheidungen.
Am Abend stand der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt: Beim gemeinsamen Kochen, Essen und Activity-Spielen im „Treppenhaus“ entstand ein offener Raum für persönliche Gespräche, neue Ideen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl – ganz im Sinne der Werte der IG Friedenstaube.
Der zweite Tag führte uns in den Deutschen Bundestag. Nach dem Besuch der Kuppel und einem Blick auf die Geschichte und Arbeitsweise des Parlaments diskutierten wir, welche demokratischen Strukturen sich auf die Arbeit von Schülervertretungen übertragen lassen. Im anschließenden Gespräch durften wir mit dem Bundestagsabgeordneten Ruppert Stüwe über Themen sprechen, die junge Menschen unmittelbar betreffen. Wir tauschten uns unter anderem über Bildungsgerechtigkeit, Mitbestimmungsmöglichkeiten und ‑chancen in der Schule und Gesellschaft, politische Verantwortung und eine mögliche Altersbeschränkung für Social Media aus.
Diese erstmalig durchgeführte Lernexpedition hat gezeigt: Demokratie ist kein abstraktes Konzept, sondern lebt vom Austausch, vom Zuhören und vom gemeinsamen Handeln. Genau dafür stehen das Schulsprecherteam der Brecht-Schule Hamburg und die IG Friedenstaube ‑genau das wurde an beiden Tagen erfahrbar.
Abschließend danken wir dem Schulsprecherteam der Brecht-Schule Hamburg herzlich für den offenen Austausch und die inspirierende Begegnung. Unser Dank gilt ebenso allen Personen, die diesen Austausch möglich gemacht haben, insbesondere
- dem Leitungsteam der Brecht-Schule Hamburg für die vertrauensvolle Kooperation über Berlin hinaus,
- unserer Schulleitung für die Unterstützung dieses Vorhabens
- sowie der gesamten Elternschaft, die durch ihren Beitrag an die Elternspende diese Veranstaltung ermöglicht hat.
Solche Begegnungen machen Lust darauf, Demokratie auch in Zukunft aktiv zu gestalten — getreu unserem Motto: “Soziale Schule. Humane Welt.” Deshalb wird dieser Austausch weitergehen: Wir freuen uns darauf, die begonnenen Gespräche demnächst bei einem Gegenbesuch in Hamburg fortzusetzen, neue Impulse mitzunehmen und die Zusammenarbeit über Berlin hinaus weiter wachsen zu lassen.
Jannis Koll
im Namen der IG Friedenstaube











