Exkursion im Biologie-Leistungskurs
Am 9. September 2026 besuchten das Tutorium Biologie Q3 von Frau Günther und der Biologie-Grundkurs Q3 von Frau Gerschewski die Langen Dammwiesen in Strausberg.
Das Naturschutzgebiet ist ein 235 Hektar großes komplexes Schutzgebiet mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt und steht in enger Zusammenarbeit mit dem NABU. Unser Ziel war es, die botanische Vielfalt vor Ort zu untersuchen und zu prüfen, ob die Fläche die Kriterien für eine offizielle Naturschutz-Förderung erfüllt.
Um das zu tun, haben wir in Dreier- bis Vierergruppen einen Koppelabschnitt, mit einer Größe von maximal fünf Hektaren, genau unter die Lupe genommen und sie in zwei Abschnitte (mithilfe einer Diagonale) unterteilt. In jedem Abschnitt haben wir gezählt, wie viele verschiedene „Kennarten“ dort wachsen. Eine Kennart ist eine Pflanzenart, die typisch für einen bestimmten Lebensraum ist. Ihr Vorkommen dient als Nachweis, dass eine Fläche ökologisch wertvoll ist und bestimmte Bewirtschaftungsregeln (wie die Öko-Regelung 5 in Brandenburg) eingehalten werden.
Das Ergebnis war bei den meisten von uns ziemlich eindeutig: Wir konnten in beiden Abschnitten meistens jeweils vier verschiedene Kennarten nachweisen. Damit erfüllt die Fläche das „Kennartenkriterium“ der Öko-Regelung 5.
Auf dem zweiten Abschnitt hat unsere Gruppe die Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre) entdeckt. Diese Pflanze ist ein Spezialist für feuchte bis nasse Standorte. Wir haben sie in der Nähe eines kleinen Sumpfes aufgefunden. Ökologisch gesehen braucht sie viel Licht und kommt nur dort vor, wo der Boden nicht durch zu viel Dünger oder Entwässerung verändert wurde. Zudem profitiert die Sumpf-Kratzdiestel von selektivem Fraß, da die Stacheln ihr Schutz bieten, sodass sie als „Gewinner“ der extensiven Beweidung herausgeht. Dass wir sie gefunden haben, ist ein super Zeichen für ein intaktes Ökosystem. Darüber hinaus eignet sie sich sehr gut als Kennart, da sie empfindlich auf Entwässerung und zu intensive Nutzung reagiert.
Aber warum ist das nun eigentlich wichtig? Landwirte, die ihre Flächen extensiv (also schonend) bewirtschaften und so Lebensräume für solche seltenen Arten erhalten, können Fördermittel, wie höheres Einkommen pro bewirtschaftetem Hektar in Form der extensiven Beweidung, beantragen. Unsere Daten belegen, dass die Beweidung auf den Langen Dammwiesen in Strausberg genau das bewirkt: Sie hält die Fläche offen und schützt die biologische Vielfalt Brandenburgs.
Jannis L., Bela F. und Julia S. (Q3)




