Von der Theorie zur Praxis: Biochemische Analyseverfahren selbst erforschen
Wie arbeiten Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler in der Forschung? Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Chemie bei ihrem Besuch im Gläsernen Labor nach. Dort erhielten sie spannende Einblicke in moderne naturwissenschaftliche Arbeitsweisen und konnten verschiedene Analyseverfahren selbst praktisch anwenden.
Im Mittelpunkt des Labortages standen mehrere Experimente aus dem Bereich der Biochemie. Bei der Polarimetrie untersuchten die Schülerinnen und Schüler die optische Aktivität von Aminosäuren und erfuhren, wie sich die Wechselwirkung chiraler Moleküle mit polarisiertem Licht messen lässt.
Ein weiteres Experiment beschäftigte sich mit der Dünnschichtchromatografie. Mithilfe dieses Trennverfahrens bestimmten die Lernenden die Aminosäurezusammensetzung eines Tripeptids. Dabei konnten sie nachvollziehen, wie sich Stoffgemische in ihre Bestandteile auftrennen und diese anschließend analysieren lassen.
Auch die Enzymkinetik spielte eine wichtige Rolle: Durch die Untersuchung der alkalischen Phosphatase bestimmten die Schülerinnen und Schüler die Michaelis-Menten-Konstante. So gewannen sie Einblicke in die Funktionsweise von Enzymen und lernten, wie sich deren Reaktionsverhalten quantitativ beschreiben lässt.
Abgerundet wurde das Programm durch die Gelelektrophorese von Insulin. Bei diesem Verfahren werden Moleküle mithilfe eines elektrischen Feldes aufgetrennt. Die praktische Durchführung verdeutlichte, welche Bedeutung elektrophoretische Methoden für die Analyse von Proteinen und andere biochemische Untersuchungen haben.
Der Kurs im Gläsernen Labor orientiert sich an naturwissenschaftlichen Tätigkeiten und Analyseverfahren, wie sie auch in der aktuellen Forschung eingesetzt werden. Die Schülerinnen und Schüler konnten dadurch ihr theoretisches Wissen aus dem Unterricht vertiefen, experimentelle Methoden kennenlernen und die Bedeutung präziser Messungen und wissenschaftlicher Auswertungen unmittelbar erfahren.
Ermöglicht wurde dieser besondere Labortag durch den Lernmittelverein, der die Kosten für den Besuch im Gläsernen Labor übernahm. Dafür gilt dem Lernmittelverein ein herzlicher Dank! Durch diese Unterstützung erhielten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Chemie über den Unterricht hinaus praktisch zu erleben und einen authentischen Einblick in die naturwissenschaftliche Forschung zu gewinnen.
Frau Gerschewski




