Deutsch-chinesischer Schüleraustausch am Otto-Nagel-Gymnasium
Vom 20. bis 27. Juni 2026 war das Otto-Nagel-Gymnasium internationaler als sonst: Eine Schülergruppe unserer Partnerschule, der Shanghai International Studies University Affiliated Foreign Language School, war zu Gast in Berlin. Eine Woche lang wurde gemeinsam gelernt, gelacht, diskutiert, fotografiert, getanzt, gegessen, improvisiert – und erstaunlich zuverlässig versucht, alle zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu versammeln.
Schon bei der Ankunft zeigte sich, worum es in diesem Austausch ging: aus digitalen Kontakten echte Begegnungen machen. Unsere chinesischen Gäste wurden von ihren deutschen Partner*innen und Gastfamilien empfangen und schnell Teil des Schulalltags. Unterricht, gemeinsame Pausen, Sport und viele Gespräche sorgten dafür, dass aus anfänglicher Zurückhaltung bald eine sehr lebendige Gruppe wurde.
Das Programm führte die Schüler*innen quer durch Berlin und durch sehr unterschiedliche Formen des Lernens. Beim Besuch des Deutschen Bundestags ging es hoch hinaus – inklusive Kuppelbesichtigung und Blick über Berlin. Bei einer Stadtführung wurde die Hauptstadt aus historischer und persönlicher Perspektive entdeckt. Im Deutschen Technikmuseum warteten Flugzeuge, Schiffe und große Maschinen darauf, bestaunt zu werden; für manche war dabei vermutlich schon der Weg durch die sommerliche Hitze eine kleine technische Meisterleistung.
Auch an unserer Schule stand nicht nur klassischer Unterricht auf dem Programm. In einem Theaterworkshop wurden typische Situationen eines internationalen Austauschs gespielt: kleine Missverständnisse, unterschiedliche Gewohnheiten, zu wenig gemeinsame Sprache – und die Frage, wie aus einer eskalierenden Szene doch noch ein gutes Ende werden kann. Beim Ableton-Move-Workshop wurde gemeinsam mit Musik experimentiert, komponiert und produziert. Spätestens dort wurde klar: Ein Beat braucht keine gemeinsame Muttersprache.
Ein besonderer Höhepunkt war der Empfang in der chinesischen Botschaft in Berlin. Wir wurden dort sehr herzlich begrüßt und durften erleben, wie wertvoll solche Begegnungen auch über den schulischen Rahmen hinaus sind. Die positive Zusammenarbeit mit der Botschaft hat unseren Austausch wesentlich bereichert.
Ebenso wichtig war die Unterstützung durch das Bildungsnetzwerk China. Durch die Förderung konnten verschiedene Kostenpunkte der Austauschwoche übernommen und das umfangreiche Programm für alle Beteiligten ermöglicht werden. Dafür bedanken wir uns ausdrücklich.
Zum Abschluss der Woche wurde es noch einmal kreativ und bewegungsreich: Bei der Fotochallenge „Was ist das echte Berlin?“ entstanden sehr unterschiedliche, persönliche und oft überraschende Bilder der Stadt. Bei der Verabschiedung wurden die Gewinner*innen geehrt, ein Berlin-Quiz gespielt und schließlich Walzer und Discofox getanzt. Dass dabei nicht jede Drehung sofort saß, machte die Sache eher besser als schlechter.
Unser großer Dank gilt allen Gastfamilien, Eltern, beteiligten Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern und externen Partnerinnen und Partnern. Besonders danken wir den begleitenden chinesischen Lehrkräften Frau Jiamila Qian und Herrn Zhenguo Lin für die engagierte und herzliche Zusammenarbeit.
Diese Woche hat gezeigt, dass Austausch weit mehr ist als ein Besuchsprogramm: Er schafft Freundschaften, baut Hemmungen ab, erweitert Perspektiven und sorgt dafür, dass aus „den anderen“ ziemlich schnell einfach neue Freunde werden.
Wir freuen uns nun auf den Gegenbesuch in Shanghai im Herbst 2026.






