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Herzlichen Glückwunsch, Otto Nagel!

132. Geburtstag

Der Namens­ge­ber unse­rer Schu­le wür­de heu­te sei­nen 132. Geburts­tag fei­ern. Wir sagen: Herz­li­chen Glück­wunsch, Otto Nagel!

Die­sen Tag möch­ten wir zum Anlass neh­men, an ihn und sein Wir­ken zu erin­nern. Denn Otto Nagel hat nicht nur in die­ser Schu­le sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen: eine Stra­ße trägt sei­nen Namen, Gedenk­ta­feln erin­nern an ihn und Aus­stel­lun­gen zei­gen sein Leben und sei­ne Werke.

Zu Leb­zei­ten war Nagel eng mit den poli­ti­schen Umbrü­chen sei­ner Zeit ver­bun­den. Wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus wur­de er als Künst­ler aus­ge­grenzt und ver­folgt. Trotz­dem setz­te er sich für Kunst, Kul­tur und Gesell­schaft ein. Beson­ders in sei­ner Kunst beschäf­tig­te er sich mit den Lebens­rea­li­tä­ten sozi­al benach­tei­lig­ter und aus­ge­grenz­ter Men­schen – und ver­lieh ihnen damit eine Stim­me und ein Gesicht.

Die­ses Enga­ge­ment führt sei­ne Fami­lie auch nach sei­nem Tod wei­ter. Nad­ja Schal­len­berg – eine Enke­lin von Otto Nagel – gehör­te in der DDR zu den ers­ten Akti­vis­tin­nen der trans­po­li­ti­schen Bewe­gung. Seit­dem setzt sie sich für öffent­li­che Räu­me, Bera­tungs­an­ge­bo­te und men­schen­recht­li­che Struk­tu­ren ein. Am 19. Okto­ber wur­de ihr dafür der Wal­traud-Schif­fel-Preis ver­lie­hen. Der mit 1.000 Euro dotier­te Ehren­preis wür­digt seit 2022 her­aus­ra­gen­de Pro­jek­te aus der trans* Com­mu­ni­ty und damit auch Schal­len­bergs trans­ak­ti­vis­ti­sches Lebenswerk.

Des­halb sagen wir heu­te nicht nur „Herz­li­chen Glück­wunsch“, son­dern auch „Dan­ke“. Dan­ke für den Mut, die Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Gesell­schaft anzu­er­ken­nen und sich für ein gerech­te­res Mit­ein­an­der ein­zu­set­zen. Viel­leicht ist das die schöns­te Art, Otto Nagels Geburts­tag zu begeg­nen: selbst aktiv zu wer­den und sei­ne Stim­me dort zu erhe­ben, wo sie gebraucht wird.

Sanya L., Bundesfreiwillige