Im Rahmen der alljährlichen Schülerpraktika haben unsere 10. Klässler:innen digitale Briefe an die nachfolgende Jahrgangsstufe geschrieben, in denen sie von ihren Erfahrungen berichten, persönliche Einblicke geben und wertvolle Tipps teilen – ganz nach dem Motto: Was hätte ich selbst vor dem Praktikum gerne gewusst?
Zwei dieser Briefe haben in diesem Jahr besonders überzeugt – nicht nur durch ihre Authentizität, sondern auch durch ihren praktischen Mehrwert.
Mit klarer Sprache, ehrlichen Eindrücken und konkreten Ratschlägen zeigen sie, worauf es im Praktikum wirklich ankommt: Neugier, Eigeninitiative und ein offenes Mindset.
Besonders hervorzuheben ist, wie beide Briefe zukünftige Praktikanten und Praktikantinnen ermutigen, sich auszuprobieren, Fragen zu stellen und auch mal Unsicherheiten zuzulassen. Genau solche Erfahrungsberichte sind eine echte Hilfe – und ein Beweis dafür, wie viel man aus einem Praktikum mitnehmen kann.

Herzlichen Glückwunsch an Helene Tausch und Paul Rauschenberg – eure Texte sind äußerst lesenswert und unglaublich inspirierend!

Liebe Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse,

Ende des Schuljahres werdet ihr euer Schülerpraktikum absolvieren. Vielleicht haben einige von euch schon einen Berufswunsch und wissen ganz genau, welchen Beruf sie später ausüben wollen. Und vielleicht hilft mein Erfahrungsbericht, denjenigen, die sich noch nicht so sicher sind, bei der Wahl ihres eigenen Praktikumplatzes.

Bei meinem Schülerpraktikum lernte ich das Berufsleben von Polizeivollzugsbeamtinnen bzw. Polizeivollzugsbeamten sowie verschiedene Sachgebiete und Aufgabenbereiche kennen. Bevor ich mein Praktikum begonnen habe, hatte ich den Wunsch, einen tiefen Einblick in den Alltag der Polizei zu gewinnen. Meine Vorstellungen waren, spannende Einsätze mitzuerleben, aber auch Einblicke in die Büroarbeit und die Organisation hinter den Kulissen zu bekommen. Mein Ziel war es, herauszufinden, ob ein Beruf im Polizeidienst für mich eine mögliche Zukunftsperspektive sein könnte.

Während meines Praktikums durfte ich die Polizistinnen und Polizisten im Streifendienst begleiten, dabei konnte ich herausfinden, wie vielfältig und oft auch herausfordernd ihr Arbeitsalltag ist. Gleichzeitig habe ich bemerkt, wie wichtig Teamarbeit, Geduld und Kommunikation in diesem Beruf sind. Auch die Gespräche mit den Mitarbeitenden waren sehr wertvoll, weil sie offen von ihren eigenen Erfahrungen berichtet haben. Natürlich bestand der Alltag nicht nur aus Spannung und Action und es gab auch ruhigere Momente, zum Beispiel die Aktenarbeit, diese gehört genauso dazu und hat mir gezeigt, dass der Polizeiberuf beides vereint: Verantwortung im direkten Umgang mit Menschen und viel Hintergrundarbeit.

Ich habe durch das Praktikum viel über mich selbst gelernt. Mir ist klar geworden, dass es mir Freude bereitet, mit Menschen zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig habe ich erkannt, dass man für diesen Beruf körperlich und mental belastbar sein muss. Der größte Gewinn war für mich, meinen eigenen Berufswunsch klarer einschätzen zu können.

Wenn ich aus heutiger Sicht etwas ändern würde, dann vielleicht, dass ich mir vorher noch mehr gezielte Fragen überlege, die ich während des Praktikums stellen kann. Dadurch hätte ich noch mehr Informationen sammeln können. Trotzdem würde ich mich jederzeit wieder für diesen Praktikumsplatz entscheiden, weil er mir sehr gute Einblicke ermöglicht hat.

Mein Tipp an euch: Überlegt euch genau, was euch interessiert und wo ihr einen echten Einblick in die Arbeitswelt bekommen wollt.
Nutzt das Praktikum, um Fragen zu stellen, aufmerksam zuzuschauen und herauszufinden, was euch wirklich Spaß macht.

Und ganz wichtig: Bewerbt euch nicht zu spät!!!
Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Suche nach einem Praktikumsplatz und spannende Erfahrungen!

Ganz liebe Grüße,

Helene Tausch

Liebe Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs,

im vergangenen Jahr hatte ich durch mein Praktikum die Möglichkeit, einen Einblick in die Welt der Veranstaltungstechnik zu bekommen. Dabei habe ich viele Erfahrungen gesammelt – sowohl positive als auch negative.

Der erste wichtige Schritt für euer Praktikum ist die Wahl des richtigen Betriebes. Manche von euch haben damit vielleicht schon begonnen. Achtet dabei unbedingt auf die Größe des Betriebs. Bei kleineren Unternehmen, wie es bei mir der Fall war, kann es passieren, dass es schlichtweg keine Aufgaben für euch gibt. Natürlich hängt das auch stark von der Branche ab. Manche Bereiche sind außerdem stark termin- oder saisonabhängig. Mein persönliches Ziel war es, bei einem großen Event mitarbeiten zu dürfen. Dafür bewarb ich mich zuerst bei einem Betrieb, der mich jedoch ablehnte. Über einen Bekannten erhielt ich schließlich die Empfehlung für den Betrieb, bei dem ich am Ende mein Praktikum absolvierte – und dort konnte ich mir diesen Wunsch tatsächlich erfüllen. Natürlich hatte ich noch weitere Erwartungen, aber in zwei Wochen Praktikum lässt sich nur ein begrenzter Einblick gewinnen, sodass nicht alle Ziele erreicht werden können.

Während des Praktikums habe ich vieles gelernt: wie ein Betrieb organisiert ist, welche Vorschriften eingehalten werden müssen und wie wichtig Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter ist. So durfte ich bei manchen Aufbauten nicht mithelfen, weil das Verletzungsrisiko für mich zu hoch war. Gleichzeitig habe ich auch die Schattenseiten erlebt. Ein Auszubildender verriet mir, dass er sich wie ein unterbezahlter Vollangestellter gefühlt hat.

Trotzdem war mein Praktikum insgesamt sehr lehrreich. Ich lernte den Umgang mit dem Lötkolben, baute als kleine Übung eine Digitaluhr und durfte diese sogar behalten. Außerdem zeigte man mir, wie Kabel und hochwertige Technik korrekt und schonend behandelt werden. Besonders spannend war für mich die Begleitung eines Festivals, bei dem ich technische Abläufe beobachten konnte. Dort lernte ich, wie professionell gearbeitet wird und welche Regeln unbedingt einzuhalten sind – zum Beispiel die Begrenzung der Lautstärke, um Gehörschäden zu vermeiden. Die wenigen Tage, an denen es keine Aufgaben für mich gab, waren im Vergleich dazu nur ein kleiner Nachteil.

Alles in allem war mein Praktikum sehr interessant und hat mir viel gebracht. Würde ich noch einmal eines absolvieren, würde ich mich für einen größeren Betrieb entscheiden, um auch den Unterschied zu einem großen oder sogar sehr großen Unternehmen kennenzulernen.

Ich wünsche euch einen guten Start in euer eigenes Praktikum und hoffe, dass ihr viele spannende Erfahrungen sammeln könnt.

Mit freundlichen Grüßen
Paul aus der 10.3