Liebe Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs,
im vergangenen Jahr hatte ich durch mein Praktikum die Möglichkeit, einen Einblick in die Welt der Veranstaltungstechnik zu bekommen. Dabei habe ich viele Erfahrungen gesammelt – sowohl positive als auch negative.
Der erste wichtige Schritt für euer Praktikum ist die Wahl des richtigen Betriebes. Manche von euch haben damit vielleicht schon begonnen. Achtet dabei unbedingt auf die Größe des Betriebs. Bei kleineren Unternehmen, wie es bei mir der Fall war, kann es passieren, dass es schlichtweg keine Aufgaben für euch gibt. Natürlich hängt das auch stark von der Branche ab. Manche Bereiche sind außerdem stark termin- oder saisonabhängig. Mein persönliches Ziel war es, bei einem großen Event mitarbeiten zu dürfen. Dafür bewarb ich mich zuerst bei einem Betrieb, der mich jedoch ablehnte. Über einen Bekannten erhielt ich schließlich die Empfehlung für den Betrieb, bei dem ich am Ende mein Praktikum absolvierte – und dort konnte ich mir diesen Wunsch tatsächlich erfüllen. Natürlich hatte ich noch weitere Erwartungen, aber in zwei Wochen Praktikum lässt sich nur ein begrenzter Einblick gewinnen, sodass nicht alle Ziele erreicht werden können.
Während des Praktikums habe ich vieles gelernt: wie ein Betrieb organisiert ist, welche Vorschriften eingehalten werden müssen und wie wichtig Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter ist. So durfte ich bei manchen Aufbauten nicht mithelfen, weil das Verletzungsrisiko für mich zu hoch war. Gleichzeitig habe ich auch die Schattenseiten erlebt. Ein Auszubildender verriet mir, dass er sich wie ein unterbezahlter Vollangestellter gefühlt hat.
Trotzdem war mein Praktikum insgesamt sehr lehrreich. Ich lernte den Umgang mit dem Lötkolben, baute als kleine Übung eine Digitaluhr und durfte diese sogar behalten. Außerdem zeigte man mir, wie Kabel und hochwertige Technik korrekt und schonend behandelt werden. Besonders spannend war für mich die Begleitung eines Festivals, bei dem ich technische Abläufe beobachten konnte. Dort lernte ich, wie professionell gearbeitet wird und welche Regeln unbedingt einzuhalten sind – zum Beispiel die Begrenzung der Lautstärke, um Gehörschäden zu vermeiden. Die wenigen Tage, an denen es keine Aufgaben für mich gab, waren im Vergleich dazu nur ein kleiner Nachteil.
Alles in allem war mein Praktikum sehr interessant und hat mir viel gebracht. Würde ich noch einmal eines absolvieren, würde ich mich für einen größeren Betrieb entscheiden, um auch den Unterschied zu einem großen oder sogar sehr großen Unternehmen kennenzulernen.
Ich wünsche euch einen guten Start in euer eigenes Praktikum und hoffe, dass ihr viele spannende Erfahrungen sammeln könnt.
Mit freundlichen Grüßen
Paul aus der 10.3