„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen; darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“ Diese Worte, die der italienisch-jüdische Schriftsteller Primo Levi formulierte, bringen auf den Punkt, weshalb das Denkmal der ermordeten Juden Europas, auch „Holocaust- Mahnmal“ genannt, welches der Leistungskurs Geschichte des 13. Jahrgangs am Freitag, den 22. November 2013, besuchte, so wichtig ist. Dass diese Gedenkstätte erst 2005 fertiggestellt wurde, obwohl die Forderung nach einem sichtbaren, nationalen Zeichen zur Erinnerung an den Genozid schon seit 1988 existierte, war nur eines der interessanten Dinge, die es bei der Veranstaltung zu lernen gab.

Im „Ort der Information“, der sich etwas versteckt unterhalb des 19.000 Quadratmeter umfassenden, vom Architekten Peter Eisenmann entworfenen Stelenfeldes befindet, welches das eigentliche Denkmal darstellt, wurden die Schicksale vieler Opfer des Holocaust anhand von Briefen, Biografien, Familiengeschichten und anderen Dokumenten sowohl auf informative, als auch berührende Weise erfassbar. Nach der Besichtigung des Mahnmals schloss sich ein Gespräch mit einem fachkundigen Historiker an, in welchem die beeindruckenden und für uns verstörenden geschichtlichen Fakten angemessen behutsam diskutiert wurden. Aber auch aktuelle Fragen waren Thema, zum Beispiel wie die Gedenkstätte, die zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz im Herzen Berlins liegt, in das öffentliche Leben integriert werden sollte oder welchen Stellenwert das Gedenken an die ermordeten Juden Europas im heutigen Leben noch einzunehmen hat. So bekam der Geschichtskurs abseits der Lehrbücher einen neuen Blick für das wohl dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, sicher ganz im Sinne Primo Levis.

I. Lösche